Sebald Kontore im Blickpunkt der Architektouren 2014

Großes Interesse an den Architektouren 2014 in Nürnberg. (Foto: gp Wirth Architekten)
 
Baukunst in Nürnberg - Sebalder Kontore bei der Architektour 2014. (Foto: gp Wirth Architekten)

NÜRNBERG (pm/nf) - Zu einem Streifzug durch Nürnbergs beste Baukunst hatte am letzten Juniwochenende die bayerische Architektenkammer geladen, bei dem insgesamt sieben Bauwerke der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt wurden. Viele Bürger waren der Einladung gefolgt und nutzen die Gelegenheit, die Gebäude unter die Lupe zu nehmen und die Architekten und Bauherren persönlich kennenzulernen. Unter anderen Architekt Gerhard Wirth, der mit den Sebalder Kontoren vertreten war. In mehreren Führungen beantwortete er Fragen von über 150 Besuchern. Die häufigsten hier auf MarktSpiegel online zum Nachlesen.



Was war die große Herausforderung beim Entwurf des Gebäudes?

Wirth: Es galt, ein Konzept zu entwickeln, das Moderne und Geschichte feinfühlig miteinander zu verknüpfen wusste und angrenzende historische Bauwerke wie der Laufer Schlagturm oder die Stadtmauer nicht in den Schatten zu stellen suchte. Unser Ziel war ein ruhiger Gesamteindruck. Durch den rötlichen Naturstein und die schräg verlaufenden Traufen sowie die großen, fassadenbündigen Fenster ist das, denke ich, recht gut gelungen. Die Topografie des Grundstücks erforderte außerdem viel Geschick bei der Installierung der geothermischen Anlage zur Erdwärmenutzung: wir mussten dazu 20 Sole-Sonden in einer Tiefe von 78 Metern versenken.

Wie hat sich das Nürnberger Stadtbild in den letzten Jahren entwickelt und wird die Zukunft weitere Gebäude wie die Sebald Kontore bringen?

Wirth: Ich denke nicht, dass die Sebald Kontore einen Aufbruch in eine neue Ära der Gewerbeimmobiliengestaltung darstellen. Dazu war das Projekt zu aufwendig – monetär als auch planerisch und in der Ausführung. Dennoch entwickelt sich das Nürnberger Stadtbild seit dem Wiederaufbau aus meiner Sicht sehr positiv. Es ist eine gelungene Mischung aus Historie, bescheidenem Wiederaufbau und Moderne. Dort wo Häuser von Bomben zerstört wurden oder weichen mussten, wurde mit viel Feingefühl neu gebaut: wo zwei Gebäude standen, wurden in der Regel auch zwei neue hingestellt. Das sorgt für einen harmonischen Gesamteindruck. Es gibt nur wenige Bauten, die diesen Duktus und die Formensprache der Stadt stören, die von Sandstein und geneigten Dächern beherrscht wird.

Derzeit wird viel in Immobilien investiert, auch im gewerblichen Bereich. Wofür wird mehr Geld ausgegeben, als noch vor einigen Jahren?

Wirth: Für energieeffiziente Lösungen. Hier sind die Anforderungen enorm gestiegen, seitens des Gesetzgebers aber auch der Mieter. Dies haben wir beim Bau der Sebald Kontore bereits berücksichtigt, die mit ihrer geothermischen Beheizung und Kühlung echten Vorbildcharakter haben.

Als vor ein paar Jahren die ersten Entwürfe für die Sebald Kontore bei der Baubehörde eingereicht wurden, gab es seitens der Stadt viel Diskussionsbedarf. Wie steht die Stadt heute zu dem Gebäude?

Wirth: Die anfängliche Skepsis ist längst gewichen, und was mich besonders freut: Die Sebald Kontore werden seitens der Stadt inzwischen sogar gerne als möglicher Beispielbau für neues Bauen in der Altstadt herangezogen.

In den Sebald Kontoren können derzeit noch Büros und Ladenflächen angemietet werden. Sie eigenen sich unter anderem ideal für Praxen, Kanzleien oder Dienstleister bzw. für Anbieter von Wohnaccessoires, Schmuck, Schreibwaren, Geschenkartikeln, Delikatessen oder anderen Lifestyleprodukten.
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