ADAC: Datenbanken kein Mittel gegen Tacho-Betrug

Symbolfoto: © B. Wylezich / Fotolia.com

(ampnet/mue) - Nach Ermittlungen der Polizei ist der Tacho jedes dritten Gebrauchtwagens manipuliert worden.


Als besten Schutz dagegen sieht der ADAC eine technische Lösung, also die manipulationssichere Speicherung des tatsächlichen Kilometerstands direkt im Fahrzeug. Nicht zielführend sind für den Autoclub Datenbanken außerhalb des Autos, die die Kilometerstände, etwa bei einer Reparatur, einer Hauptuntersuchung (HU) oder dem Reifenwechsel erfassen. Viele der Datenbankeintragungen würden erst mit der ersten Hauptuntersuchung (HU) beginnen, wenn das Fahrzeug drei Jahre alt ist. Besitzer, die ein Auto manipulieren und dadurch seinen Wiederverkaufswert steigern wollen, könnten beispielsweise vor einer HU den Kilometerstand des Pkw gezielt verringern, mahnt der ADAC. Das Ergebnis mit dem vermeintlich echten Kilometerstand bekämen sie mit der HU sogar noch amtlich bestätigt.

Manipulationsgeräte gibt es ab etwa 150 Euro – die Autohersteller seien daheraufgefordert, wirksame Sicherheitstechniken zum Schutz des tatsächlichen Kilometerstands in ihre Modelle einzubauen. Eine Überprüfung der Schutzmechanismen sei durch neutrale Organisationen möglich, in Deutschland zum Beispiel durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informations-Technologie (BSI).

Der ADAC kritisiert zudem, dass jeder Abruf von Daten Geld kostet. Außerdem müssten die Werkstätten und andere meldende Stellen meist Gebühren zahlen, bevor sie Einträge in die Datenbank vornehmen dürfen. Praktisch würden diese Kosten auf den Verbraucher umgelegt, einen echten Nutzen habe er davon aber nicht. Eine technische Lösung durch die Autohersteller direkt im Pkw würde dagegen weniger als einen Euro pro Fahrzeug kosten, betont der Automobilclub.
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