Bei Frost und Eis wird das Schilf gemäht

Das letzte Mal war die Schilfmahd im Februar 2012 möglich als eine ähnlich lange Frostperiode war. Auf dem Foto sind zu sehen (v.l.): Heiner Dietsch und Herbert Hofmann. (Foto: Landschaftspflegeverband Mittelfranken)
Umfangreiche Landschaftspflegemaßnahmen im Höchstädter Weihergebiet - Frost und Eis erlaubten Schilfmahd über Eis sowie Gehölzrückschnitt

REGION (pm/nf) - Durch den anhaltende Frost sind jetzt die Weiher im Weihergebiet bei Höchstadt so stark zugefroren, dass es möglich ist das Schilf über Eis abzumähen. Das geschnittene Schilf wird traditionell direkt auf dem Eis verbrannt.
Überaltertes Schilf bricht mit der Zeit zusammen und bietet keinen Brut- und Schutzraum mehr für die seltenen Vogelarten des Weihergebiets. Wird das Schilf jedoch abschnittsweise zurückgeschnitten und verjüngt, findet der Drosselrohrsänger hier wieder frische Schilfhalme, zwischen denen er sein Nest flechten kann und die Zwergdommel kann sich wieder vor Feinden im dichten Schilf verstecken.


Als weitere Landschaftspflegemaßnahmen werden im Winter auch noch Bäume und Sträucher zurückgeschnitten sowie verschilfte Feuchtwiesen gemäht, um den offenen Charakter der Teichlandschaft zu erhalten. Auf den offenen Wiesen können dann im Frühjahr wieder Vögel wie Bekassine und Kiebitz brüten und im Sommer die Orchideen (Knabenkräuter, Sumpfstendelwurz) blühen.

Die Pflegemaßnahmen werden vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken in enger Zusammenarbeit mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landratsamtes ERH organisiert und von den Rechtlergemeinschaften Hesselberg bzw. Biengarten, weiteren Landwirten sowie Mitgliedern des BN (Bund Naturschutz) und des LBV (Landesbund für Vogelschutz) durchgeführt.

Die Naturschutzgebiete bei Mohrhof und bei Krausenbechhofen sowie die Bucher Weiher zählen aufgrund ihres Strukturreichtums und des damit verbundenen faunistischen und floristischen Artenreichtums zu den ökologisch wertvollsten Teichlandschaften Süddeutschlands. Das Vorkommen von gefährdeten Tier- und Pflanzenarten führte dazu, dass das Gebiet in das europaweite Biotopnetz „Natura 2000“ aufgenommen wurde.

Die Vielfalt an naturnahen Lebensräumen beruht auf der hier noch betriebenen traditionellen Teichwirtschaft mit kleinräumiger, bäuerlicher Nutzung der umgebenden Kulturlandschaft mit Äckern, Wiesen und eingestreuten Gehölzstrukturen. Zur Erhaltung dieser Vielfalt sind regelmäßige Pflegemaßnahmen notwendig. Eine Besonderheit stellt die gemeinsame Bewirtschaftung einiger Weiher durch so genannte Rechtlergemeinschaften in den Ortschaften Biengarten und Hesselberg dar.
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