Einzelhandel und E-Commerce: Wenn aus Feinden Freunde werden

SERVICE (ak/fi) - Ob Jeans, ein Kochbuch oder das neueste Smartphone: heutzutage gibt es fast nichts, was man nicht online kaufen könnte. Die Bestellung per Mausklick kann so viel bequemer sein als das mühsame Suchen in den Geschäften. Für den Einzelhandel bleibt das natürlich nicht ohne Folgen. Viele Geschäfte klagen über sinkende Umsätze und Kundenzahlen. Einzelhändler befürchten, dass der stationäre Handel bald überflüssig werden könnte. Einer aktuellen Studie des globalen Performance-Management-Unternehmens Nielsen zufolge ist dieses Worst-Case-Szenario allerdings nicht zu erwarten.

Online-Handel auf Erfolgskurs


Es geht schnell, ist praktisch und häufig auch günstiger – seit Jahren wird es immer beliebter, online einzukaufen. Laut einer Studie des Digitalverbands Bitkom kauft mit 98 Prozent fast jeder deutsche Internetnutzer ab 14 Jahren im Internet ein. 77 Prozent der Online-Shopper bestellen sogar mehrmals pro Monat online. Der E-Commerce wächst. Vielen Einzelhändlern scheint das allerdings mehr und mehr zum Verhängnis zu werden. Das Institut für Handelsforschung (IFH) prognostiziert, dass bis 2020 jeder zehnte stationäre Laden den Kampf um die Gunst des Kunden verlieren wird. Sollte das Online-Shopping auch weiterhin auf seinem Erfolgskurs bleiben, drohen je nach Region Umsatzverluste von bis zu 30 Prozent. Vielen Geschäften könnte dann das endgültige Aus drohen.

Eine Hand wäscht die andere


Doch so schlimm die Schlagzeilen über das Einzelhandel Sterben auch klingen mögen, für die klassische Art des Shoppens besteht noch Hoffnung. Laut einer aktuellen Studie des globalen Performance-Management-Unternehmens Nielsen wird der stationäre Handel wichtig bleiben – und das trotz starker Konkurrenz durch das Online-Shopping. Sich im Geschäft gratis beraten zu lassen und hinterher günstiger online einzukaufen, scheint für deutsche Konsumenten nicht grundsätzlich zu gelten, bestätigt Nina Gemkow, Director Consumer & Shopper bei Nielsen Deutschland. Insbesondere im Elektronikbereich könne der Einzelhandel sogar vom Internet profitieren. Bei vielen Konsumenten beginnt der Einkaufsbummel zur Inspiration zwar online, gekauft wird dann allerdings offline. Welche Einkaufsweise der Konsument bevorzugt, hängt dabei nicht zuletzt vom benötigten Produkt ab. Lebensmittel und Gegenstände des alltäglichen Gebrauchs – wie etwa Deo, Haarspray, etc. – werden nach wie vor lieber im Super- oder Drogeriemarkt um die Ecke gekauft.

Hinzu kommt, dass mittlerweile auch viele Einzelhändler die Vorteile des Einkaufens im Internet erkannt haben. Bei einigen Online-Shops wie etwa WITTCHEN – einem Spezialisten für Lederwaren – weiß man auf Anhieb gar nicht, was zuerst da war: Stationärer oder virtueller Vertrieb. Laut Handelsverband Deutschland geht nicht jedes Umsatzplus im Online-Handel zu Lasten des stationären Handels. Da viele Unternehmer ihre Ware sowohl stationär als auch online anbieten, bleibt der online erzielte Umsatz in den Kassen der Einzelhändler. Und das ist womöglich der beste Beweis dafür, wie schnell aus „Feinden“ Freunde werden können.


Bildrechte: Flickr Shopping Stephanie Kraus CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten
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