Maifeiertag 2016: Doch wie wurde der 1. Mai zum "Tag der Arbeit"?

Der Tag der Arbeit beschert uns jedes Jahr einen Feiertag. Doch viele wissen gar nicht, was am 1. Mai eigentlich gefeiert wird. (Foto: © Zerbor - Fotolia.com)

SERVICE - Diesen Sonntag ist es wieder soweit, der Wonnemonat Mai steht vor der Tür und beginnt traditionell mit dem Maifeiertag. Doch woher kommt eigentlich der „Tag der Arbeit“, der gerne als Ruhetag für die „Tanz in den Mai“-Feier genutzt wird?

Was viele von uns noch wissen, ist, dass Adolf Hitler 1933 den 1. Mai zum „Feiertag der nationalen Arbeit“ ernannte und somit der Startschuss als ständiger Feiertag fiel. Doch war das die Idee der Nationalsozialisten? Und warum wird der Arbeit ausgerechnet am 1. Mai gedacht?

Die Antwort hierauf findet man Mitte des 19 Jahrhunderts in Amerika. Ausgangspunkt war 1865 der erstmalige Kampf für eine Arbeitszeitverkürzung auf 8 Stunden. Im Jahre 1886 gab es dann am 1. Mai die erste Demonstration für die Verkürzung der Arbeitszeit von durchschnittlich 11 - 13 Stunden auf einen 8-Stunden-Tag. Nachdem der Erfolg ausblieb, riefen die Gewerkschaften 1890 erneut zu neuen Demonstrationen am 1. Mai auf. Diesmal schlossen sich nicht nur amerikanische Arbeiter an, sondern streikten Arbeiter in Frankreich und auch in Deutschland. Die amerikanischen Gewerkschaften entschieden sich dabei für den 1. Mai, weil zu dieser Zeit der 1. Mai der Stichtag für Verträge und Abschlüsse war und man sich erhoffte, die 8-Stunden-Regelung in die neuen Verträge aufnehmen zu können.

Den ersten Versuch den 1. Mai als Feiertag in Deutschland zu etablieren, startete die SPD bereits 1890 im Oktober. Nachdem sich das nicht durchsetzen konnte, gab es einen weiteren Versuch 1919. Aber erst 1933 veranlassten die Nationalsozialisten, dass der 1. Mai ein Feiertag wird. In der BRD und DDR wurde der Maifeiertag ganz unterschiedlich gefeiert bis es dann 1990, 100 Jahre nach der ersten Demonstration in Amerika, zum ersten Maifeiertag im wiedervereinigten Deutschland kam.

Schießereien, Paraden oder Massendemonstrationen – immer was los am 1. Mai

Geschichtlich gesehen hat der 1. Mai schon einiges erlebt. Bei der ersten Demonstration 1886 gab es einen Bombenanschlag von Anarchisten auf Polizeibeamte vor Ort. Jedoch verhinderte dieser Zwischenfall nicht, dass sich 4 Jahre später wieder Arbeiter zusammenfanden und für bessere Arbeitsbedingungen auf die Straße gingen. Es folgte eine der ersten Massendemonstrationen weltweit. 1929 kam es dann zum „Blutmai“: Bei einer von der KPD organisierten Demonstration ereignete sich eine Schießerei, bei der mehrere Menschen getötet wurden.

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde der 1. Mai für Paraden und Leistungsschauen der Rüstungsindustrie genutzt. In den 80er Jahren kam es dann oftmals zu schweren Unruhen an den Maifeiertagen vor allem in Berlin-Kreuzberg, welches auch heute noch Brennpunkt für Demonstration am Maifeiertag ist.

Der 1. Mai heute

Neben der Nutzung als Ruhetag nach den „Tanz in den Mai“-Feiern wird heutzutage am 1. Mai oft kreativ protestiert. Viele phantasievolle Veranstaltungen, wie Kinderfeste aber auch Demonstrationen mit dem eigentlichen Schwerpunkt Arbeiterrechte dominieren das Geschehen an den Maifeiertagen.
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