Menschen und Hunde ohne Heim

Die Mehrheit der Obdachlosenhunde ist gesund, so das Ergebnis einer Umfrage der Agila Haustierversicherung. (Foto: djd/Agila/kichigin19/Fotolia)
Bundesweit kümmern sich Initiativen um die Gesundheit von Obdachlosenhunden

REGION (djd/nf) - Über 300.000 Menschen in Deutschland sind obdachlos, Tendenz steigend, so die Prognose der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. (BAG W). Für viele dieser Menschen ist ein Hund der einzige treue Begleiter - und um diesen kümmern sie sich besonders gut. Obwohl sie Tag und Nacht draußen leben und sich ihre Besitzer teures Futter oder tierärztliche Behandlungen kaum leisten können, ist die Mehrheit der Obdachlosenhunde gesund. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Umfrage der Agila Haustierversicherung unter Initiativen in Deutschland, die sich für das Wohlergehen der Tiere einsetzen.


Medizinische Grundversorgung für Obdachlosenhunde

Zecken-, Floh- und Wurmbefall gehören zu den häufigsten Problemen, unter denen Obdachlosenhunde aufgrund der hygienischen Zustände auf der Straße leiden. "Deswegen konzentrieren sich die Initiativen vor allem auf die medizinische Grundversorgung der Tiere, etwa in Form von Impfungen und antiparasitären Behandlungen", so Agila-Sprecher Marco Brandt. "Um sie in ihrer Arbeit zu unterstützen, haben wir den Initiativen Floh- und Zeckenprophylaxen zur Verfügung gestellt." Um Hunden und ihren Begleitern entgegen zu kommen, sind viele Initiativen auf der Straße unterwegs. Einige führen Behandlungen in umgebauten Krankenwagen durch, andere bieten ihre Hilfe regelmäßig auf Parkplätzen oder bei U-Bahnstationen an.

Initiativen ehrenamtlich organisiert

Alle Initiativen sind ehrenamtlich organisiert, viele von ihnen haben mehr als 20 freiwillige Helfer. Neben Tierärzten und -heilpraktikern unterstützen oft Tiermedizinstudenten und engagierte Tierliebhaber bei der Vereinsarbeit und der Versorgung der Tiere. Je nach Kapazität werden monatlich bis zu 80 Hunde medizinisch betreut. Neben Parasitenbefall behandeln die Tierärzte bei Obdachlosenhunden oft Zahnprobleme und kleinere Schnittverletzungen. Bei Kastrationen, chronischen Erkrankungen und komplizierten Operationen stoßen sie jedoch an ihre Grenzen, da sich die Initiativen nur aus Spenden oder Mitgliedsbeiträgen finanzieren. Unterstützer und Spender sind daher immer willkommen.
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