Noch immer Millionen Tieropfer für Tierversuche

Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche e.V. setzt sich seit 1979 dafür ein, dass bei Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten tierversuchsfreie Forschungsmethoden im Vordergrund stehen. (Foto: ©emotionpicture/Fotolia.com (Symbolfoto))
Aktuelle Tierversuchsstatistik

REGION (pm/nf) - Laut heute veröffentlichter Tierversuchsstatistik des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) mussten 2014 rund 2,8 Millionen Mäuse, Fische, Affen, Hunde und andere Tiere für Tierversuche leiden und sterben. Die bundesweite Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche zeigt sich entsetzt über die seit Jahren anhaltende hohe Zahl der angeblich zum Wohle des Menschen zu Tode geforschten Tiere und fordert im Sinne von Tier und Mensch eine vollständige Abkehr von der unethischen und wissenschaftlich sinnlosen Methode Tierversuch.


2.008.537 Tiere wurden direkt in Tierversuchen eingesetzt und weitere 789.926 im Rahmen von Tierversuchsprojekten zu wissenschaftlichen Zwecken wie beispielsweise Organentnahmen getötet. Hinzu kommen fast 563.600 Fischlarven, die dieses Jahr erstmals erfasst werden, in der Tabelle des Ministeriums jedoch nicht enthalten sind. Während Versuche an den Hauptleidtragenden, Mäusen und Ratten, um 13,5 % bzw. 3,5 % leicht rückläufig waren (Mäuse 2014: 1.901.985, 2013: 2.199.671; Ratten 2014: 362.530, 2013: 375.656), wurden unter anderem mehr Affen, Hunde, Fische, Katzen (Zunahme um fast 26 % auf 997 Tiere) und Schweine (Zunahme um fast 12 % auf 14.374 Tiere) für Versuchszwecke herangezogen.

Als besonders alarmierend bezeichnen die Ärzte gegen Tierversuche den Anstieg der Tierversuche an Hunden um mehr als 82 % von 2.542 im Jahr 2013 auf 4.636 in 2014. Bei Affen stieg die Tierzahl um 31 % von 2.165 Tieren im Jahr 2013 auf aktuell 2.842. Der Großteil der Affen und Hunde wurde für sogenannte regulatorische Zwecke verwendet, was unter anderem Giftigkeitstests umfasst. Affen werden nach Aussage des Ärztevereins zudem in der umstrittenen Hirnforschung und Hunde in zahnmedizinischen Untersuchungen gequält und getötet.

Von den 272.925 Fischen (Zunahme um fast 35 %) mussten die meisten im Rahmen der Grundlagenforschung ihr Leben lassen. An Fischen wird beispielsweise der Prozess des Alterns beim Menschen untersucht, was nach Ansicht der Ärztevereinigung abgesehen von ethischen Aspekten auch hinsichtlich der wissenschaftlichen Aussagekraft höchst fragwürdig ist. Insgesamt gehen von den in Tierversuchen eingesetzten Tieren 43 % auf das Konto der Grundlagenforschung, die nach Aussage der Ärzte gegen Tierversuche zweckfrei ist und definitionsgemäß dem reinen Streben eines Forschers nach Erkenntnis dient.

Die bislang vom BMEL herausgegebenen Daten lassen noch keine zuverlässigen Rückschlüsse beispielsweise über die jeweilige Schwere des dem Tier zugefügten Leids, die diesmal aufgrund von EU-Vorgaben erstmals in die Statistik aufgenommen wird, oder die Anzahl transgener Tiere zu. Die Ärztevereinigung wird die Statistik im Detail auswerten, sobald verfügbar. Der Verein zeigt sich insgesamt enttäuscht von der Bundesregierung, die entgegen ihres Versprechens, Tierversuche reduzieren oder gar ersetzen zu wollen, keine nennenswerten Fortschritte vorzuweisen hat und fordert, den Worten nun endlich Taten folgen zu lassen und einer ethischen und wissenschaftlich sinnvollen Forschung ohne Tierversuche nicht weiter den Weg zu blockieren.

Hintergrund:
Die Vereinigung Ärzte gegen Tierversuche e.V. besteht seit 1979 und ist ein bundesweiter Zusammenschluss aus Ärzten, Tierärzten und Naturwissenschaftlern, die Tierversuche aus ethischen und wissenschaftlichen Gründen ablehnen. Der Verein engagiert sich für eine moderne, humane Medizin und Wissenschaft ohne Tierversuche, die sich am Menschen orientiert und bei der Ursachenforschung und Vorbeugung von Krankheiten sowie der Einsatz tierversuchsfreier Forschungsmethoden im Vordergrund stehen.
www.aerzte-gegen-tierversuche.de
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