Uhu-Waise wird von Umweltministerin in die Freiheit entlassen

Umweltministerin Ulrike Scharf gibt dem jungen Uhu höchstpersönlich die Freiheit wieder. (Foto: LBV/Christiane Geidel)
 
Gestern entließ die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf (2.v.l.) einen verwaisten Jung-Uhu bei Beratzhausen im Landkreis Regensburg wieder in die Freiheit. (Foto: LBV/Christiane Geidel)
Junger Uhu nach Vergiftung der Mutter vom LBV gepflegt und von Umweltministerin Ulrike Scharf persönlich freigelassen

REGION (pm/nf) - Gestern entließ die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf einen verwaisten Jung-Uhu bei Beratzhausen im Landkreis Regensburg wieder in die Freiheit. Das Muttertier wurde ganz in der Nähe im Juni mit dem verbotenen Gift Carbofuran getötet. Aktive des LBV machten sich auf die Suche und konnten den halb verhungerten Jungvogel der bedrohten Art retten. Das Tier wurde in den vergangenen Wochen in der LBV-Vogelstation in Regenstauf gepflegt.


Umweltministerin Ulrike Scharf hat die Patenschaft für den Vogel übernommen. Im Beisein des LBV-Landesvorsitzenden Dr. Norbert Schäffer, sowie mehrerer Politiker und Behördenvertreter aus der Region, setzte sie mit der Freilassung ein klares Zeichen gegen Umweltkriminalität. Dabei würdigte sie den Einsatz des LBV. Die Staatsanwaltschaft Regensburg hat die Ermittlungen mittlerweile ergebnislos eingestellt.

Die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf zeigt mit der Auswilderung des Tieres Umweltstraftätern die „rote Karte“: „Kriminelles Verhalten ist nicht hinnehmbar. Die zuständigen Ermittlungsbehörden müssen alles Notwendige unternehmen, um diese Taten so schnell wie möglich aufzuklären. Dabei erhalten die Ermittler durch die Naturschutzbehörden jede benötigte Unterstützung.“ Für die Arbeit des LBV in der Vogelauffangstation in Regenstauf fand sie lobende Worte. „Der LBV ist ein starker Partner für den Artenschutz. Durch das ehrenamtliche Engagement schafft er ein Bewusstsein für die Natur und wirkt aktiv am Erhalt unserer Heimat mit.

„Umweltkriminalität ist kein Kavaliersdelikt, sondern eine Straftat“ so der LBV- Vorsitzende Dr. Norbert Schäffer. Er erneuerte die Forderung nach einer konsequenten Verfolgung von Umweltstraftaten, denn das Strafverfahren ist inzwischen ergebnislos eingestellt worden. Gleichzeitig bedankte sich Schäffer bei den zahlreichen Spendern und Förderern der Station. „Dieser junge Uhu hat Glück gehabt, denn er kam in die professionelle Pflege des LBV-Teams. Der enorme zeitliche und finanzielle Aufwand für Unterbringung, Arztkosten und Pflege hat sich wieder einmal gelohnt.“

Kaum ein Monat vergeht ohne eine neue Nachricht über Umweltkriminalität in Bayern, ob abgetrennte Luchspfoten, ertränkte Fischotter, ein abgebranntes Sumpfohreulennest, gestutzte Flügel von Wiesenweihen und vergangene Woche ein geschossener Jung-Uhu. Besonders grausam war der Fund eines vergifteten weiblichen Uhus im Juli bei Beratzhausen. Das streng geschützte Tier hatte einen Köder aufgenommen, der gezielt mit dem hochtoxischen und seit Jahren EU-weit verbotenen Kontaktgift Carbofuran präpariert war. Beim Fund des Tieres fiel sofort
sein ausgeprägter Brutfleck auf, so dass LBV Mitglieder sich auf die Suche nach möglichen Jungtieren machten. „Kurze Zeit später entdeckten wir ein halb verhungertes Junges in einem nahen Uhu-Horst“, erklärt Christoph Bauer, Leiter der LBV-Bezirksgeschäftsstelle Oberpfalz. „Wir haben ihn sofort in unsere Vogelstation nach Regenstauf gebracht und erfolgreich wieder aufgepäppelt.“
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