Antiquitäten – Kostbarkeiten mit ganz speziellem Charme

Als Antiquitäten oder Antiken (von lateinisch antiquus, deutsch: alt, altertümlich) bezeichnet man sammelnswerte Gegenstände, meist künstlerischer oder kunsthandwerklicher Art, die je nach Stilrichtung mindestens 100 Jahre oder älter, zuweilen aber auch erst um die 50 Jahre alt sind.

Sie umfassen alle Bereiche menschlichen Lebens von der Antike bis zur Neuzeit. Alte Bücher, Schriften, Noten, Zeitungen und Zeitschriften werden als antiquarisch bezeichnet. Bei Kunstwerken (Gemälde, Bildhauerei usw.) gibt es einen fließenden Übergang zwischen Kunst- und Antiquitätenhandel. Antiquitäten erzielen auf Auktionen einen hohen Verkaufspreis, der mit dem Alter, dem Erhaltungszustand und Seltenheitswert steigt. Hinzu kommt, dass die Objekte oft qualitativ sehr hochwertig hergestellt wurden (meist durch Handarbeit).

Export bei nationaler Bedeutung verboten

Je nach Herkunft sind einige Antiquitäten nicht für den freien Handel zugelassen, wenn sie aufgrund geltender Gesetze besonders geschützt sind; dies gilt vor allem für Gegenstände der Antike und von Ausgrabungen (Archäologie). In Deutschland ist z.B. durch das Kulturgutschutzgesetz der Export von eingetragenen Kunstwerken und anderem Kulturgut (einschließlich Bücher) mit nationaler Bedeutung verboten. Die Einteilung der Epochen bezieht sich hier zunächst auf den deutschen Sprachraum und kann daher in anderen europäischen Ländern abweichen. In anderen Kulturkreisen (Afrika, Amerika, Asien) gelten ebenfalls andere Epochen. Nun sollte man aber nicht vergessen, dass sich die Stile z.B. bei Möbeln und Beiwerk nicht immer gleichlaufend mit den „offiziellen“ Stilen der Architektur entwickelt haben, sondern oftmals später und zum Teil auch unter anderen Bezeichnungen.

„Altes“ wurde übernommen

Man kann Antiquitäten durch die Betrachtung der handwerklichen Details unterscheiden, wobei sich Beginn und Ende einzelner Stilperioden nicht eindeutig auf bestimmte Jahre festlegen lassen. Denn: Oftmals übernahm man Details der jeweils vorherigen Epoche, man entwickelte Neues (nicht selten als Gegensatz zum Vorherigen), und schon kam es zur „Hochblüte“ eines bestimmten Stiles, weshalb Zeitangaben also lediglich eine Art „Rahmen“ darstellen. Auf dem Lande wurde etwas, was sich bewährt hatte, unter Umständen noch recht lange weitergeführt, in der Stadt jedoch suchte man schon wieder nach Neuem (was z.B. sehr gut an historischen Möbeln festzustellen ist). Im 19. Jahrhundert galt es z.B. als absolut legitim, Bauteile aus vorherigen Perioden neu zu verwenden.

Abgesehen von Antiquitäten im herkömmlichen Sinn gibt es auch solche, die als neuzeitlich bezeichnet werden. Hierzu gehören zum Beispiel Design-Gegenstände des 20. Jahrhunderts.
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