Augenarzt oder Optiker: Bei welchem Problem zu wem?

SERVICE (ak/fi) - Die Augen sind das wichtigste und zugleich das empfindlichste Sinnesorgan des Menschen. Doch nicht immer funktioniert das Sehen reibungslos. Spätestens, wenn Objekte in der Ferne unscharf erscheinen oder die Buchstaben beim Lesen verschwimmen, muss eine Brille her. Doch bevor die Brille auf die Nase kommt, muss ein Sehtest gemacht werden. Aber geht man dafür zum Augenarzt oder doch besser zum Optiker?


Für den reinen Sehtest zum Optiker, für alles andere zum Arzt

In Deutschland tragen rund 18,7 Millionen Menschen gelegentlich eine Brille, etwa 23,7 Millionen ständig. Manche werden erst im Alter fehlsichtig, andere bekommen ihre Brille schon im Kindesalter. Die Basis für die Anpassung einer neuen Brille ist aber in all diesen Fällen ein Sehtest. Diesen kann man sowohl beim Augenarzt absolvieren als auch bei einem Optiker – denn z.B. eine Filiale von Fielmann findet man in nahezu jeder Stadt. Ein solcher Sehtest ist unumgänglich, denn seine Brille sollte man nicht auf Verdacht in der Drogerie oder im Internet kaufen: Nutzt man eine Brille mit falschem Dioptrienwert, riskiert man Kopfschmerzen und Verspannungen, da man ständig unwillkürlich seine Körperhaltung der nicht vollständig ausgeglichenen Sehschwäche anpasst, um scharf sehen zu können. Den erforderliche Dioptrienwert kann nur der Fachmann genau bestimmen: Geht es lediglich um die Bestimmung der erforderlichen Brillenstärke, dann können diese Optiker wie auch Augenärzte leisten.

Der Sehtest beim Optiker hat den Vorteil, dass kein Termin ausgemacht werden muss. Monatelange Wartezeiten wie beim Facharzt muss man dort nicht in Kauf nehmen. Der Augenarzt ist jedoch der medizinische Spezialist, wenn es um die Gesundheit der Augen geht. Dort sind sie an der richtigen Adresse, wenn es allgemein um ihre Augengesundheit geht und nicht lediglich um die Anfertigung einer Sehhilfe.

In welchen Zeitabständen zur Augenuntersuchung?

Ergänzend zum Besuch beim Optiker sollten Brillenträger alle 2 Jahre zum Augenarzt gehen. Gute Optiker werden ihren Kunden den Besuch beim Augenarzt ohnehin nahelegen. Denn nur der kann das Augeninnere und die Netzhaut kontrollieren. Das ist gerade bei starker Fehlsichtigkeit wichtig, denn bei einer starken Kurzsichtigkeit (ab -3 Dioptrien) besteht das erhöhte Risiko einer Netzhautablösung.

Spätestens wenn man 40 Jahre alt oder älter ist, sollte man in regelmäßigen Abständen seine Augen vom Arzt untersuchen lassen. Denn ab diesem Alter entwickelt sich zum einen oft eine Altersweitsichtigkeit, zum anderen steigt das Risiko für Augenkrankheiten wie beispielsweise den Grünen Star. Und je früher eine Augenkrankheit entdeckt wird, desto besser sind die Behandlungschancen. Gerade im Alter bedeutet eine beeinträchtigte Sehkraft einen Verlust an Lebensqualität. Die Mobilität wird eingeschränkt und es kommt schneller zu Stürzen und Verletzungen.

Bei einer spürbaren Verschlechterung der Sehleistung sollte man den Arzt schon frühzeitig aufsuchen. Kurzzeitige Ausfälle des Sichtfeldes oder eine Art Rußregen vor den Augen sind beispielsweise ernstzunehmende Hinweise auf einen Grünen Star bzw. Grauen Star oder eine Netzhautablösung. Aber nicht nur für Ältere ist der Gang zum Augenarzt wichtig: Schon Kleinkinder können Probleme mit den Augen bekommen. Sie können das jedoch oft noch nicht verbal mitteilen. Frühchen, Kinder mit Entwicklungsrückstand oder Kinder bzw. Geschwister von Schielenden oder stark Fehlsichtigen sollten daher schon im Alter von 6 bis 12 Monaten vom Augenarzt untersucht werden. Für Kinder ohne Risikofaktoren wird es dann im Alter von 30 bis 42 Monaten Zeit. So können Sehschwächen rechtzeitig erkannt und korrigiert werden.



Bildrechte: Flickr Vision Of Eyechart With Glasses Ken Teegardin CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten
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