Auktionen – Fundgruben für Leute, die wissen, was sie wollen

Eine Auktion (auch Versteigerung oder Lizitation) ist bei einem Verkauf eine besondere Art der Preisermittlung. Dabei werden von potenziellen Käufern oder Verkäufern Gebote abgegeben – der Auktionsmechanismus bestimmt, welche der abgegebenen Gebote den „Zuschlag“ erhalten und definiert die Zahlungsströme zwischen den beteiligten Parteien.

Flexibler Preisfindungsmechanismus

Ein Anbieter kennt häufig nicht die Zahlungsbereitschaft potentieller Kunden: Setzt er einen zu hohen Preis fest, so kann er seine Ware oft nicht verkaufen. Setzt er seinen Preis zu niedrig fest, so schöpft er meist nicht den möglichen Umsatz aus. Die Bieter hingegen kennen ihre jeweilige Zahlungsbereitschaft – in dieser Situation bietet die Auktion dem Anbieter einen flexiblen Preisfindungsmechanismus, der im Idealfall zum Verkauf zum aktuellen Marktpreis führt und die Zahlungsbereitschaft der Kunden optimal ausschöpft.

In vielen Auktionshäusern ist heute noch das ausgedruckte Auktionsbuch (Katalog) üblich, in dem neben den Losdaten – wie Ausruf bzw. Schätzpreis – auch der Einlieferer sowie Anmerkungen und schließlich noch schriftliche Gebote enthalten sind. Ebenso werden die Zuschläge mit der jeweiligen Bieternummer eingetragen. Ein Problem dieser Auktionsführungen stellen die „Oder-Gebote“ und die Maximal Limits eines Bieters für die Auktion dar. Um dies zu gewährleisten, ist nicht selten ein erheblicher Überwachungsaufwand notwendig. Große Auktionshäuser bieten zudem während der Auktion die Möglichkeit einer Anzeige mit der Umrechnung auf Fremdwährungen.

Auktionsführung und Zuschlag

Ein Los wird solange ausgerufen, bis sich kein höheres Gebot findet. Dabei hält sich der Auktionator an vorher festgelegte Steigerungsstufen, die ab der Höhe des Ausrufes erfolgen. Je nach Situation können auch höhere Gebote im Saal ausgesprochen werden, ab denen dann die weitere Steigerung fortgesetzt wird. Liegen schriftliche Gebote vor, wird ein Auktionator den Ausruf im Saal an die höchste Steigerungsstufe der schriftlichen Gebote anpassen. Das bedeutet bei Geboten über dem veröffentlichten Ausruf eine Steigerungsstufe über dem zweithöchsten Gebot, sofern dieses nicht das schriftliche Höchstgebot übersteigt – ansonsten erfolgt der Ausruf zum schriftlichen Höchstgebot. Das höchste schriftliche Gebot wird solange gegen den Saal geboten, bis entweder im Saal ein höheres Gebot abgegeben wird, oder das schriftliche Höchstgebot den letzten ausgerufenen Preis im Saal übersteigt. Der Auktionator übernimmt im Fall der schriftlichen Gebote die Funktion eines Biet-Agenten. Liegen zwei gleich hohe schriftliche Höchstgebote vor, so erhält bei manchen Auktionatoren dasjenige den Zuschlag, das zuerst abgegeben wurde, andere Auktionatoren bedienen sich eines Zufallsentscheides zum Beispiel durch den ersten Zuruf aus dem Publikum.

Die Art und Weise des Zuschlags kann unterschiedlich erfolgen: Bei Auktionen mit geringen Stückzahlen wird das letzte Gebot bis zu dreimal ausgerufen und mit dem Klopfen des Auktionshammers abgeschlossen. Bei sehr umfangreichen Auktionen wird auch schon mal auf diese Form verzichtet und einfach nur nachgefragt ob niemand mehr höher bieten möchte. Der Zuschlag wird bei traditionellen Auktionen jedoch immer mit einem Klopfen des Auktionshammers vergeben.


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