Beim Schnarchen kann der Lärmpegel ungeahnte Spitzenwerte erreichen

In Deutschlands Betten wird kräftig „gesägt“: 10 bis 30 Prozent der Bundesbürger leiden unter Schnarchen – und nicht nur sie, sondern oft auch ihre jeweiligen Partner. Dabei kann Schnarchen vom Lärmpegel her Spitzenwerte erreichen: Mit 17 bis 26 Dezibel (dB) hält sich die Lautstärke zwar noch in Grenzen (entspricht dem Brummen eines Kühlschrankes), wird ab 40 dB aber deutlich störend und kann Werte von 90 dB (die Geräuschkulisse eines Lastkraftwagens) sogar überschreiten.

Damit es zum Schnarchen kommt, müssen mehrere Faktoren zusammentreffen. So begünstigen z.B. Schnupfen, Allergien, Nasennebenhöhlen-Entzündungen, Nasenscheidewand-Verkrümmungen, vergrößerte Gaumen- und Rachenmandeln den geräuschvollen Schlaf. Verstärkt werden diese Faktoren noch, wenn der Schnarcher auf dem Rücken schläft, denn im Schlaf lässt die Spannkraft der gesamten Muskulatur nach. Somit erschlafft auch die Muskulatur der oberen Luftwege, wodurch das Vibrieren des weichen Gaumens (Gaumensegel und Zäpfchen) als Auslöser des charakteristischen Geräusches erst ermöglicht wird.

Schlafapnoe erhöht Risiken

Schnarchen ist zwar in den meisten Fällen harmlos, kann jedoch auch eine ernstzunehmende Krankheit sein. Wenn es während des Schlafens zu Atemaussetzern kommt, spricht man von einer Schlafapnoe (Apnoe = griech. Atemstillstand), die unbedingt behandelt werden sollte. Beim apnoischen Schnarchen entsteht ein zeitweise kompletter Verschluss, sodass es zu einer Atempause kommt. Um ein Ersticken zu verhindern, führt die verminderte Sauerstoffzufuhr im Gehirn zu einer Weckreaktion (Arousal). Diese Reaktion ist zwar lebenswichtig, hat aber zur Folge, dass der Patient keinen erholsamen Schlaf mehr bekommt. Die Folgen sind Abgeschlagenheit, Nervosität und Müdigkeit, längerfristig aber auch Beeinträchtigungen des Herz- und Kreislaufsystems (Bluthochdruck), was eine Erhöhung des Infarkt- und Schlaganfallrisikos nach sich zieht.

Was das einfache Schnarchen betrifft, so gibt es einige hilfreiche Mittel. Bei Übergewicht sind eine Gewichtsreduktion und der Verzicht auf Alkohol sowie auf spätes Essen vor dem Schlafengehen zu empfehlen. Beruhigungs- oder Schlafmittel sollten – wenn möglich – ebenfalls gemieden werden. Auf jeden Fall ist das Schlafen in Rückenlage zu vermeiden, wobei oft das Einnähen eines Tennisballes in den Rückenteil des Pyjamas helfen kann. Auch gibt es im gut sortierten Sanitätshandel diverse Hilfsmittel, um die Schlafposition zu beeinflussen, Zunge oder Kiefer zu fixieren (z.B. Kinnbinde, Aufbiss-Schienen) oder die Nasenatmung (Nasenpflaster oder Klammer) zu verbessern.


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