Britisches Pfund nach Brexit-Referendum auf historisch niedrigem Stand

Was bringt die Zukunft für das Britische Pfund? (Foto: © Valerie Potapova - Fotolia.com)

SERVICE (le/fi) - Das Brexit-Referendum hat die britische Währung ins Straucheln gebracht. Experten und Analysten sind davon überzeugt, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis die britische Wirtschaft einbricht. In Europa rechnet man bereits mit dem Eingriff der Notenbanken. Doch welche Auswirkungen hat der Absturz des Britischen Pfunds? Sind es vorwiegend Anleger, die um ihr Geld zittern müssen oder sind auch Privatpersonen, die gerne nach England reisen oder bei britischen Online-Shops bestellen, vom Brexit betroffen?

Das Britische Pfund stürzt in den Keller - welche Folgen sind zu erwarten?

Das Ergebnis des Referndums der vergangenen Woche versetzte Europa in Schockstarre. Das Britische Pfund brach von 1,50 auf 1,33 US Dollar ein. Ein Minus von über 11 Prozent; ein Wert, der den "Black Wednesday" von 1992 toppte. Damals verlor die britische Währung 4,1 Prozent. Der Einbruch ist das Resultat möglicher negativen Folgen, die bislang nicht eingeschätzt werden können. Der Wechselkurs wird, so Experten, bis zum Jahresende nicht höher als 1,20 US Dollar steigen. Auch die Ratingagenturen haben auf den Brexit und den Fall des Britischen Pfunds reagiert und angekündigt, die Bestbewertung zu entziehen. Auch der Euro ist gefallen. Innerhalb der Europäischen Union rechnet man nun mit dem Eingriff der Notenbanken. Auch der Deutsche Aktienindex DAX musste am Morgen des Brexit herbe Verluste einfahren. IG taxierte den DAX um 700 Punkte schwächer; ein Minus von 6,75 Prozent. Der Goldpreis ist hingegen in die Höhe geschossen. Derzeit liegt die Feinunze bei 1.335,10 US Dollar; mit einem Plus von 5,7 Prozent ist Gold der Gewinner des Brexit. Für eine Feinunze erhält man derzeit 1.207,43 Euro.

Privatpersonen können noch günstig einkaufen

Auswirkungen wird es auch für Privatpersonen geben. Britische Onlineshops werden für Ausländer zu Schnäppchenmärkten. Auch Touristen werden - wenn der Wechselkurs unverändert bleibt - langfristig profitieren. Noch nie war der Urlaub so günstig wie heute.

Eine Momentaufnahme – es kann richtig teuer werden!

Doch Experten sind davon überzeugt, dass es sich wohl nur um eine Momentaufnahme handelt. Man geht davon aus, dass britische Spezialitäten teurer werden. Müssen die Briten nämlich bei ihrer Ausfuhr in die Europäische Union Zölle bezahlen, werden diese den Kunden weiterverrechnet. Werden Handelsbeschränkungen auferlegt, muss diese ebenfalls der Kunde tragen. Die Briten haben sich mit dem Brexit auch aus dem europäischen Binnenmarkt genommen; ein Umstand, der teuer werden kann, da eine Neuverhandlung der bilateralen Pläne am Programm steht. Wer zudem gerne seine Freunde oder Verwandten im Vereinigten Königreich anruft, muss mit einem Anstieg seiner Handygebühren rechnen. Denn während die Europäische Union das Ende der Roaming-Gebühren plant, wird es wohl in Großbritannien keine drastischen Änderungen geben.

Urlaube werden teurer

Während derzeit noch Urlaube empfohlen werden, können Flüge demnächst deutlich mehr Geld kosten. Großbritannien verlässt den europäischen Binnenmarkt und wird auch ein neues Luftverkehrsraumabkommen abschließen müssen. Das führt in weiterer Folge zu teureren Ticketpreisen. Davon werden vor allem Billig-Airlines wie Ryanair oder Easyjet betroffen sein. Auch für Studenten stehen eiserne Zeiten bevor. Immer mehr Studenten haben sich für Großbritannien entschieden; 15.700 Deutsche waren im Jahr 2013 als Studenten in Großbritannien eingeschrieben. Doch nun drohen höhere Gebühren für EU-Studenten. Bisher galt derselbe Satz wie bei britischen Studierenden; ein Umstand, der mit dem Austritt fallen wird.
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