Darmpolypen rechtzeitig entfernen!

Gefahr erkannt – Gefahr gebannt: Immer mehr Menschen gehen zur Darmkrebsvorsorgeuntersuchung, denn rechtzeitig erkannt sind Darmtumore fast immer heilbar. Bei etwa 90 Prozent aller Fälle entsteht Darmkrebs aus vorerst gutartigen Darmpolypen. Eine wichtige Aufgabe der Vorsorge ist es darum, diese Darmpolypen rechtzeitig zu entdecken und zu entfernen. Doch welche Vorsorgemöglichkeiten gibt es überhaupt?

Tests auf verstecktes Blut im Stuhl (Fecal Occult Blood Test – FOBT) weisen nicht sichtbares Blut im Stuhl nach, welches ein Zeichen von Polypen oder Darmkrebs sein kann. Bei einem positiven Ergebnis sollte eine Darmspiegelung durchgeführt werden, bei negativem Befund ist es sinnvoll, den Test nach einem bis spätestens zwei Jahren zu wiederholen (Testbriefchen sind beim Arzt oder in der Apotheke erhältlich). Der Test erfordert keinen Eingriff in den Körper und kann zu Hause selbst oder durch einen Arzt durchgeführt werden.

Darmspiegelung für optimale Sicherheit

Bei einer Darmspiegelung wird das Innere des Dickdarms mit einem Koloskop untersucht. Die Untersuchung wird von einem Gastroenterologen ambulant durchgeführt und sollte wegen ihrer Genauigkeit immer zuerst in Betracht gezogen werden. Die Vorteile sind die Früherkennung von Polypen und Krebsvorstufen, die dann entfernt werden können, bevor sie bösartig werden. Geeignet ist die Darmspiegelung für Patienten, die eine hohe Sicherheit wünschen und bereit sind, gegebenenfalls einen Eingriff in den Körper vornehmen zu lassen.

Die virtuelle Koloskopie ist dagegen ein High-Tech-Verfahren, um das Innere des Darms zu betrachten und dort nach Veränderungen zu fahnden. Während bei der klassischen Darmspiegelung ein Untersuchungsinstrument – ein biegsames Endoskop – in den Darm eingeführt wird, findet die virtuelle Koloskopie nicht direkt am Körper statt, sondern wird am Computermonitor simuliert. Dazu ist eine Computertomographie (CT) oder Magnetresonanztomographie (MRT) nötig.

Laborbefund liefert Informationen


Darmkrebs kann nicht allein über Laborbefunde diagnostiziert werden, allerdings liefert die Untersuchung des Blutes dem Arzt wertvolle Informationen über den Allgemeinzustand des Körpers sowie die Funktionstüchtigkeit einzelner Organe. Das Ergebnis liegt nach wenigen Tagen vor, der Test kann vom Hausarzt, Gynäkologen oder Urologen im Rahmen einer Routineuntersuchung gemacht werden. Eine weitere Methode ist die so genannte Sonographie (Ultraschalluntersuchung). Sie ist besonders schonend, weil sie zum einen völlig schmerzfrei für den Patienten verläuft und zum anderen ohne Röntgen auskommt.

Da mit fortschreitendem Alter das Darmkrebsrisiko steigt, sollte jeder Mensch ab 50 Jahren an der Vorsorge teilnehmen. Liegt ein familiäres Risiko vor, ist die Vorsorge schon in jungen Jahren besonders wichtig. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen ab dem 50. Lebensjahr einmal jährlich die Durchführung eines Tests auf verstecktes Blut im Stuhl (chemischer Okkultbluttest) in Verbindung mit einer ärztlichen Untersuchung zur Darmkrebsfrüherkennung. Seit Oktober 2002 bezahlen die Kassen alternativ dazu ab dem 56. Lebensjahr die Durchführung einer Vorsorge-Darmspiegelung sowie einer weiteren, die in der Regel zehn Jahre später vorgenommen wird.


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