Das Zauberwort im Zahlungsverkehr heißt SEPA

Dr. Matthias Everding. Foto: oh
 
So sieht eine Musterüberweisung auch für Privatkunden in naher Zukunft aus. Foto: fotolia

Wichtig für alle privaten Kontoinhaber: Ab 2014 ändert sich vieles - MarktSpiegel sprach mit einem Experten

REGION – Am 1. Februar 2014 werden unter dem Kürzel SEPA die heute gültigen nationalen Zahlungsverfahren im geschäftlichen und privaten Bereich mit der bekannten Kombination aus individueller Kontonummer und der Bankleitzahl innerhalb von 33 europäischen Staaten abgelöst.
 
Der MarktSpiegel hat beim Vorstandsvorsitzenden der Nürnberger Sparkasse, Dr.
Matthias Everding, nachgefragt.

MSP: Herr Dr. Everding, was bedeutet das Wort SEPA?
Dr. Matthias Everding: SEPA ist die Abkürzung für „Single Euro Payments Area“,
dem einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum für 33 europäische Staaten. Mit SEPA
existieren zukünftig einheitliche Standards für Überweisungen, Lastschriften und
Kartenzahlungen innerhalb dieser 33 Teilnehmerländer.

MSP: Welche Gründe gibt es für die Einführung?
Dr. Matthias Everding: Die EU-Kommission will mit SEPA den grenzüberschreitenden
Zahlungsverkehr zwischen den Teilnehmerländern vereinfachen. So können Überweisungen nach Italien oder Frankreich genauso bequem getätigt werden wie
Überweisungen innerhalb Deutschlands. Mit der SEPA – Überweisung kann also nicht
nur das Ferienhaus an der deutschen Nordseeküste, sondern auch das an der portugiesischen Algarve bezahlt werden. Mit der neu geschaffenen SEPA-Lastschrift können Unternehmen zudem erstmalig auch Lastschriften in anderen Ländern einziehen. Das war bislang nicht möglich.

MSP: Bei einer Überweisung muss ich bisher meine Kontonummer und die entsprechende Bankleitzahl eingeben. Was ändert sich ab Februar 2014?
Dr. Matthias Everding: Kontonummer und Bankleitzahl werden mit SEPA durch IBAN und BIC ersetzt. IBAN steht für International Bank Account Number und wird anstelle der Kontonummern verwendet. Für jede Kontonummer gibt es bereits heute eine entsprechende IBAN. Der BIC (Bank Identifier Code) ist das europäische Pendant
zur deutschen Bankleitzahl. Ab Februar 2014 sind bei Überweisungen statt Kontonummer und Bankleitzahl grundsätzlich IBAN und BIC zu benutzen. Die Überweisungsformulare und die Eingabemasken im Internet-Banking werden hierzu entsprechend angepasst. Privatpersonen können aber bei Überweisungen innerhalb
Deutschlands noch bis 1. Februar 2016 ihre vorhandenen Überweisungsbelege sowie Kontonummer und Bankleitzahl nutzen. Die Sparkasse Nürnberg wandelt diese dann kostenlos in SEPA-Überweisungen um.

MSP: Was ist ab Februar 2014 bei Überweisungen ins nicht-europäische Ausland
zu beachten?
Dr. Matthias Everding: Die SEPA – Überweisung kann nur innerhalb der SEPA-Teilnehmerländer in Europa genutzt werden. Für Überweisungen ins nicht-europäische Ausland ergeben sich daher keine Änderungen.

MSP: Wie komme ich zu meiner IBAN und BIC?
Dr. Matthias Everding:
IBAN und BIC sind bereits seit längerer Zeit auf Ihrem Kontoauszug zusätzlich zur
Kontonummer und zur Bankleitzahl angedruckt. Außerdem erhalten sukzessive alle
SparkassenCards auf der Rükkseite ebenfalls IBAN und BIC. Im InternetBanking
werden IBAN und BIC automatisch zur Verfügung gestellt.
Auf Sparkasse Nürnberg können Sie mit unserem IBAN – Rechner zu jeder deutschen
Kontonummer die dazugehörige IBAN ermitteln. Oder Sie fragen einfach Ihren persönlichen Berater bei Ihrer Sparkasse.

MSP: Die IBAN-Kennung besteht aus 22 Buchstaben und Ziffern. Haben Sie einen
Trick, wie man sich seine persönliche IBAN trotzdem merken kann?
Dr. Matthias Everding: Zum Glück muss man sich nicht alle 22 Stellen merken. Der IBAN enthält in Deutschland nämlich an den Stellen 5 – 22 die bisherige Bankleitzahl
und die bisherige Kontonummer. An den ersten beiden Stellen steht immer das Länderkennzeichen „DE“ für Deutschland. Wirklich neu zu merken ist daher nur
die Prüfziffer auf den Stellen 3 und 4.
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