Die neue E-Commerce-Richtlinie und der internationale Zahlungsverkehr

Seit November 2015 gibt es neue Sicherheitsregelungen zur Bezahlung nach dem Online-Shopping. (Foto: pixabay.com © geralt (CC0 Public Domain))
 
Verschärfte Bedingungen für die Nutzung der Kreditkarte. (Foto: pixabay.com © jarmoluk (CC0 Public Domain))

SERVICE (ro/fi) - Nur wenige Tage ist die neue Richtlinie nun alt, die besagt: Bezahlt ein Kunde online, muss seine Identität seit dem 5. November 2015 zweimal geprüft werden. Was hinter dieser neuen Richtlinie zum Online-Zahlungsverkehr steckt und was das für Kunden und Händler bedeutet, soll dieser Beitrag zeigen.

Im Fokus stehen Geldbeträge ab 30 Euro. Ab dieser Summe gelten nun verschärfte Sicherheitsregeln, die bei Online-Käufen in Kraft treten, wenn die Rechnungssumme nicht via PayPal oder einer regulären Rechnung bezahlt wird. Dies sind zwar laut einer Trusted Shops-Umfrage ohnehin die beliebtesten Bezahlvarianten, doch auch die Kreditkarte und das Lastschriftverfahren wird immer noch genutzt. Im Detail zeigte sich bei der Umfrage diese Hitliste der Bezahlmethoden:
1.) 58 Prozent der befragten User zahlen für Online-Käufe erst nach Erhalt der Rechnung.
2.) 52 Prozent nutzen Online-Bezahldienste (PayPal, ClickandBuy, etc.).
3.) 46 Prozent setzen auf das altbekannte Lastschriftverfahren.
4.) 38 Prozent wählen die Option „Vorkasse“.
5.) 34 Prozent der Befragten zahlen nach dem Online-Shopping mit Kreditkarte.

Was ändert sich durch die neue Regelung?

Besonders diejenigen, die via Kreditkarte zahlen, sind von der neuen Zahlungsrichtlinie für den Online-Handel betroffen. Wer sich mittlerweile daran gewöhnt hat, die Kartenprüfnummer einzugeben, muss nun – nach dem neuen Zwei-Faktor-Prüfprinzip – noch eine TAN, ein Passwort oder gar einen Fingerabdruck hinterlassen, um den Bezahlvorgang abzuschließen.
Das heißt auch, dass der Zahlvorgang an sich komplizierter wird – was immerhin bei rund einem Drittel der Befragten zu einem Wechsel des Zahlungsverfahrens führen würde. 15 Prozent der Befragten würden den Shop wechseln und neun Prozent der Befragten würden sogar den Online-Einkauf abbrechen. Dennoch setzen Online-Shopper auch weiterhin auf eine sichere Zahlvariante und wägen den Bequemlichkeitsfaktor und den Sicherheitsfaktor sorgsam gegeneinander ab. Die Beliebtheit des Online-Handels ist indes ungebrochen. 45 Prozent gaben auf die Frage „Könnten Sie auf Online-Shopping verzichten?“ an: „Ich würde nur ungern auf Online-Shopping verzichten.“

Szenenwechsel: Was gilt es beim Geldtransfer zu beachten?

Ähnlich ausgeprägt wie das Sicherheitsbewusstsein beim Online-Shopping ist, sollten Verbraucher auch auf eine sichere Form des Geldtransfers achten, wenn sie vor der Aufgabe stehen, Geld ins Ausland zu senden. Der Markt an Möglichkeiten ist groß und ein prüfendes Auge ist dabei umso wichtiger. Verbraucherschützer raten, darauf zu achten, dass der ausgewählte Dienstleister einer Überwachung durch einen Aufsichtsrats unterliegt. Die folgende Aufstellung zeigt eine Übersicht der Möglichkeiten:

Auslandsüberweisung
Die Auslandsüberweisung ist der Klassiker unter den Möglichkeiten, Geld ins Ausland zu transferieren. Innerhalb der EU dauert die Überweisung einen Werktag. Für die Überweisung und ggf. den Übertrag in eine Fremdwährung fallen Kosten an.

Online-Bezahldienste
Wie eingangs bereits bemerkt, erfreuen sich Online-Bezahldienste wachsender Beliebtheit. In der Regel ist es Voraussetzung, dass beide Transferteilnehmer Mitglied beim gewünschten Bezahldienst sind. Dafür und auch für die Überweisung selbst entstehen allerdings Kosten. Via Kreditkarte, EC-Karte oder Überweisung wird das Geld zum Bezahldienst transferiert.

Bargeldtransferdienst
Bargeldtransferdienste schreiben nicht zwingend eine Mitgliedschaft vor, wie dies beispielsweise bei Online-Bezahldiensten der Fall ist. Verbraucherschützer warnen vor dieser Transfervariante, wenn es sich um unbekannte Empfänger handelt, denn nachdem das Geld ins Ausland transferiert wurde, kann es dort abgehoben werden – und ist damit weg.

Money Orders (Auslandsschecks)
Money Orders sind die amerikanische Variante eines Schecks. Sie können erworben werden und erlangen bei Bedarf mittels Eintragung des Begünstigten, des Datums, der Unterschrift und der Geldübergabe an die Bank ihre Wirksamkeit. Der Empfänger bekommt die Money Order und löst diese bei der Bank ein. Die Alternative ist ein Auslandsscheck, der exakt für die Bank im Ausland ausgestellt wird und für den Empfänger damit zum Inlandscheck wird. Die Kosten trägt derjenige, der den Scheck bezahlt.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.