Die Qual der Wahl: Welche Heizung passt zu mir?

So mancher bekam zuletzt einen gehörigen Schreck, als er (oder sie) die eigene Heizkostenabrechnung zu Gesicht bekam. Denn gerade in den letzten Jahren stiegen die Kosten für Gas und Strom ganz erheblich. Vor diesem Hintergrund macht es Sinn, sich Gedanken um eine Modernisierung oder Umstellung des Heizsystems zu machen. Auch viele Häuslebauer stehen vor der Entscheidung, für welche Heizung sie sich entscheiden sollen. Denn generell gilt: Jedes Heizsystem bietet Vor-, aber auch Nachteile. Bei der Frage, welche Anlage im Einzelfall am besten geeignet ist, sind vor allem zwei Faktoren ganz entscheidend: die Anschaffungskosten und die zu erwartende Preisentwicklung des Brennstoffs. Nachfolgend stehen drei der gebräuchlichsten Systeme im Vergleich: Gasbrennwertkessel, Ölbrennwertkessel und Holzpelletkessel.

Gas und Öl überzeugen bei den Anschaffungskosten

Die günstigste Alternative stellt im Vergleich der Anschaffungskosten aktuell der Gasbrennwertkessel mit Warmwasserspeicher dar. Nur unerheblich teurer schlagen die Ölbrennwertkessel zu Buche, wobei hier jedoch zusätzliche Kosten für den Öltank und den Warmwasserspeicher anfallen. Mit den höchsten Anschaffungskosten muss man bei einem Holzpelletkessel rechnen, wobei hier auch noch weitere Kosten für das Brennstofflager, den Warmwasserspeicher und die Förderschnecke zu berücksichtigen sind. Da es für die Einrichtung oder Modernisierung von Heizsystemen unterschiedliche Förderprogramme gibt, macht es in jedem Fall Sinn, sich vorab über die jeweiligen regionalen und Bundesfördermittel zu informieren.

Gas braucht am wenigsten Platz

Hat man keinen oder nur wenig Platz in der Immobilie, sind Gassysteme in der Regel die bessere Wahl. Denn ein Vorratslager ist nicht nötig, da das Gas direkt per Leitung ins Haus geliefert wird. Anders bei Öl und Pellets, die beide Platz für ein entsprechendes Brennstofflager benötigen. Zusätzlich empfehlen Experten bei den Pellets einen besonders großen Warmwasserspeicher.

Pellets punkten durch niedrige Heizkosten

Innerhalb des letzten Jahrezehnts hat sich der Preis für Öl und Gas in etwa verdoppelt, während die Holzpellets im Vergleich deutlich günstiger angeboten werden können. Da sie aus Holz und damit einem heimischen, nachwachsenden Rohstoff bestehen, ist ihr Preis nicht wie Heizöl und Gas an die Entwicklung auf dem Ölmarkt gebunden. Das heißt: Im Lauf der Jahre – und bei höherem Wärmebedarf – amortisieren sich die höheren Anschaffungskosten einer Pelletanlage relativ schnell durch deutlich niedrigere Kosten für das Heizmaterial. Vorausgesetzt natürlich, die Preisstruktur bleibt ähnlich, wie sie derzeit zu beobachten ist. Pellets haben aber noch einen weiteren Trumpf: Sie verbrennen – im Gegensatz zu Öl und Gas – nahezu klimaneutral. Zwar entsteht auch bei der Verbrennung der Pellets CO2, jedoch nur so viel, wie die Bäume der Atmosphäre zuvor entnommen haben. Wachsen die Bäume dann nach, schließt sich der Kreis wieder.

Durch Dämmung den Wärmeverlust reduzieren

Neben den drei genannten Heizsystemen können auch Solaranlagen (diese können nicht ganzjährig den den Energiebedarf decken und sind daher nur in Kombination mit einem anderen Heizsystem wirklich effektiv) und Wärmepumpen (Erdwärmepumpen oder Luftwärmepumpen) eingesetzt werden. Parallel zum Einsatz der jeweiligen Heizung sollten Häuslebauer und Heizungsrenovierer auch darauf achten, durch Dämmung den Wärmeverlust und damit auch die Heizkosten zu reduzieren.
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