Einsatz von Flexschläuchen in der Bau- und Estrichtrocknung: Tipps für Heimwerker

Die Verlegung des Estrichs ist ein wichtiger Schritt beim Bau eines Hauses: Bevor weitergearbeitet werden kann, muss dieser gut austrocknen. (Foto: @ geralt (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

SERVICE (ro/fi) - Jedes Jahr entstehen in Deutschland neue Wohnimmobilien. Obwohl im Vergleich zu anderen europäischen Staaten – laut einer LBS-Pressemeldung – immer noch ein Schlusslicht, ist das Interesse an Wohneigentum auch in Deutschland zuletzt gestiegen. Ein Grund dürften die niedrigen Zinssätze für Baukredite sein. Egal, ob man sich letztlich für den Neubau oder den Erwerb einer bestehenden Immobilie und deren Ausbau entscheidet – einige Aspekte spielen immer eine Rolle. Hierzu gehört die korrekte Ausführung der einzelnen Bauabschnitte. Pfusch am Bau (verursacht laut DEKRA bis zu 1,4 Mrd. Euro Schaden) ist leider immer ein Risiko, dem sich Bauherren gegenübersehen. Aber auch der Heimwerker muss mit gewissen Ansprüchen fertig werden.

Zu den wichtigen Aspekten gehört an dieser Stelle beispielsweise die Bauwerkstrocknung. Hintergrund: Bei jeder größeren Bautätigkeit werden Materialien – und größere Mengen Wasser – verarbeitet. Die hierbei ins Bauwerk eingearbeitete Feuchtigkeit muss entweder vor der Fortführung weiterer Maßnahmen oder vor der Herstellung der Bezugsfertigkeit abgeführt werden. Andernfalls kann es zu Folgeschäden an der Bausubstanz – wie im Bereich der Bodenbeläge – oder gar zu Schimmelbildung kommen. Und letzterer Aspekt stellt eine Gesundheitsgefahr dar. Wie lässt sich die Bauwerksfeuchte wirksam reduzieren? Ein mögliches Mittel ist die Arbeit mit sogenannten Flexschläuchen.

Was sind Flexschläuche?

Bei Flexschläuchen handelt es sich um eine Produktgruppe, die sich in ihrer Produktspezifikation nur schwer fassen lässt. Wie die Bezeichnung bereits nahelegt, ist der Flexschlauch ein häufig aus mehreren Lagen PVC hergestellter Schlauch, der sich durch seine hohe Biegsamkeit auszeichnet. In sehr einfachen Qualitäten tauchen Flexschläuche im Haushalt beispielsweise als Kabelschutzschlauch auf.
Die Industrie stellt Flexschläuche aber auch für andere Zwecke zur Verfügung. Je nach Fertigung aus
- PVC
- Polyurethan
- TPE (thermoplastische Elastomere)
eignen sich die Schläuche teilweise auch für den Einsatz in Hochtemperaturbereichen. Parallel lassen sich die Eigenschaften der Schläuche an besondere Herausforderungen durch eine Ummantelung oder die Fadenverstärkung anpassen. Ein Flexschlauch von SHP Primaflex beweist hier beispielsweise seine Flexibilität, da er in vielen Varianten erhältlich ist und somit je nach Einsatzweck ausgewählt werden kann.

Tipp: Als Flexschlauch werden auch Anschlussvarianten für Haushaltsausstattungen – wie Wascharmaturen – bezeichnet. Diese sind allerdings nicht für den Einsatz in der Bauwerkstrocknung geeignet.

Welche Funktionen haben sie in der Bau- und Estrichtrocknung?

Eine ausreichend gut durchgeführte Bauwerkstrocknung ist eine der Voraussetzungen, um Schäden durch die Baurestfeuchte vorzubeugen. Gerade bei der Verlegung von Estrichen kommt es allerdings zu einem sehr hohen Eintrag von Feuchtigkeit ins Bauwerk. Diese Tatsache wird umso dramatischer, je stärker die unterliegenden Schichten – oder eventuell sogar Hohlräume – von der Feuchtigkeit durchdrungen werden.

An dieser Stelle muss es darum gehen, geeignete Maßnahmen zu finden, durch welche sich die Feuchtigkeit mindern lässt. Welche Mittel zu ergreifen sind, hängt letztlich von den Rahmenbedingungen ab. Gerade im Neubau wird heute meist auf eine Kondensationstrocknung gesetzt. Das Grundprinzip ist relativ einfach: Durch einen Kondensationstrockner entzieht man der Luft im Bauwerk Feuchtigkeit. Diese wird anschließend aufgefangen und kann abgeführt werden. Die wieder abgegebene und entfeuchtete Luft nimmt Feuchtigkeit auf – der Prozess beginnt erneut.

Wesentlich schwieriger ist die Trocknung, wenn sich unterhalb des Estrichauftrags Hohlräume oder Dämmschichten befinden. In diesem Zusammenhang ist die einfache Kondensationstrocknung nicht ausreichend.
An dieser Stelle wird heute zu einer Trocknung mithilfe von Kernbohrungen gegriffen. Dazu werden im Estrich Bohrungen mit definiertem Durchmesser angelegt. Über diese Öffnungen wird – von einem Trockner (Prozessluft) ausgehend - über die Flexschläuche warme Luft in die Schichten unter den Estrich gepumpt. Angereichert mit der Feuchtigkeit, kann Luft über Randfugen oder Hilfslöcher abgeführt und die Feuchtigkeit entzogen werden. Durch geeignete Adapter und ein Netz aus Flexschläuchen lässt sich so eine ausreichende Bauwerkstrocknung erreichen. Nach dem Abschluss der Trocknung werden die Kernbohrungen wieder fachgerecht und sicher verschlossen.
Vorteile der Flexschläuche in der Bauwerkstrocknung:
- flexibel einsetzbar
- auch geringe Durchmesser realisierbar
- einfache Verbindung über Adapter
- geringes Gewicht.

Fazit: Bauwerkstrocknung niemals auf die leichte Schulter nehmen

Die optimale Bauwerkstrocknung ist bei jeder Baumaßnahme erforderlich. Es spielt keine Rolle, ob es sich an dieser Stelle um einen Neubau handelt, Maßnahmen im Bestand durchgeführt werden oder eventuell Feuchtigkeitseintritte zu beseitigen sind. Eine zu hohe Feuchtigkeit im Bauwerk hat kurzfristig Folgen auf anschließende Maßnahmen. Langfristig kann sich das Ganze nachteilig auf die Gesundheit der Bewohner auswirken. Zu den allgemein in Frage kommenden Maßnahmen gehört die Kondensationstrocknung. Sind Hohlräume unter einer tragenden Schicht betroffen, schlägt die Stunde der Flexschläuche, die im Zusammenhang mit einer Trocknung durch Kernbohrungen verwendet werden können. Um die Trocknung korrekt ablaufen zu lassen, sollte man sich als Heimwerker nicht allein auf die eigenen Fähigkeiten verlassen. Vielmehr ist es anzuraten, an dieser Stelle mit Profis zusammenzuarbeiten, um dauerhafte Schäden am eigenen Bau konsequent vermeiden zu können.
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