Girokonto ohne Schufa: Was bedeutet das und für wen ist es sinnvoll?

Ohne Girokonto sind viele Rechtsgeschäfte unmöglich. (Foto: https://pixabay.com/de/users/stevepb-282134/)
 
Girokonto ohne Schufa ja – unseriöse Anbieter nein! (Foto: https://pixabay.com/de/users/geralt-9301/)

SERVICE (rö/fi) - Bei unzureichender Kreditwürdigkeit werden Kunden von Finanzinstituten abgelehnt. Als einziger Ausweg erscheint dann oftmals, ein Girokonto ohne Bonitätsprüfung zu finden. Allerdings kann es teuer werden, ein SCHUFA-freies Konto zu eröffnen. Insbesondere wirken sich Buchungskosten für Bargeldabhebungen oder unbare Buchungen stark aus. Welche Möglichkeiten ein schufafreies Konto bietet, soll dieser Beitrag klären.



Was bedeutet Kreditwürdigkeit?

Die SCHUFA, eine Abkürzung für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“, führt die größte Wirtschaftsauskunftsdatei in Deutschland. Die Daten geben Auskunft darüber, wie die Zahlungsbereitschaft und Kreditwürdigkeit von Verbrauchern und Unternehmen ist. Informationen zu nicht ausgeglichenen Rechnungen, Verträgen mit Mobilfunk und Telekommunikationsanbietern, Kreditkartenverträge und Girokontoeröffnungen laufen hier zentral zusammen. Aus den Informationen errechnet die SCHUFA einen sogenannten Score Wert zwischen 1 und 100. Dieser drückt die Kreditwürdigkeit (Bonität) aus. Je höher der Wert ist, desto höher die Kreditwürdigkeit. Wissenswertes rund um die SCHUFA ist auf www.schufa.de zu finden.

Schufafreies Girokonto – das steckt dahinter

Ein schufafreies Girokonto wird manchmal auch als „Kredit ohne SCHUFA“ oder „Girokonto ohne SCHUFA“ bezeichnet. Gemeint sind damit Girokonten, die von Kreditinstituten angeboten werden, ohne bei der SCHUFA eine Abfrage durchzuführen.
Dass die Anfrage bei der SCHUFA ausbleibt, lassen sich einige Anbieter jedoch teuer bezahlen. Deshalb sollten Verbraucher genau hinsehen, für welchen Anbieter sie sich entscheiden. Ein gesundes Maß an Skepsis ist dann anzuraten, wenn einer der nachfolgenden Punkte zutreffen sollte:
- Anbieter verlangt exorbitant hohe Einrichtungsgebühren,
- eine Geldabhebung oder ein Buchungsposten kostet mehr als 3 Euro pro Vorgang,
- die Impressumspflicht des Anbieters wird verletzt, d.h., es ist nicht sofort erkennbar, wer das Angebot macht,
- zusätzlich zum schufafreien Girokonto wird ein Dispokredit angeboten.

Natürlich handelt es sich nicht zwangsläufig um einen unseriösen Anbieter, wenn einer dieser Punkte zutrifft. Aber wenn bereits von Beginn an hohe Kosten für einfache Verwaltungsvorgänge erhoben werden, sollte der Verbraucher äußerst vorsichtig und wachsam sein. Gerade für Menschen, die in finanziellen Schwierigkeiten stecken, kann das den Weg in die Schuldenfalle ebnen. Verbraucherschützer weisen ausdrücklich darauf hin, dass Schuldner sich grundsätzlich umfassend informieren sollten, wenn es um Geldgeschäfte geht. Das gilt nicht nur für Girokonten mit oder ohne Schufa, sondern auch für kurzfristige und langfristige Kredite. Tipps für die Planung einer Kreditaufnahme sind hier zu finden.

Gesetzliche Verankerung des "Jedermann-Kontos"

Der Zentrale Kreditausschuss (ZKA) hat eine Selbstverpflichtungserklärung abgegeben. Demnach steht jedem deutschen Verbraucher ein Basiskonto zu. Im Prinzip darf keine deutsche Bank einem Antragsteller mit negativer SCHUFA die Eröffnung eines Girokontos verweigern - soweit die Theorie. In der Praxis zeigt sich, dass viele gängige Banken eine Kontoeröffnung bei negativem Eintrag jedoch ablehnen. Insofern bleibt in vielen Fällen nur der Weg zum schufafreien Girokonto über andere, weniger bekannte Finanzinstitute. Beispielsweise auf www.kontoohneschufa.org finden Interessierte unter anderem eine Übersicht über Anbieter von Girokonten ohne Schufa.

Mit Girokonto am Zahlungsverkehr teilnehmen

Wer kein Girokonto hat, ist im Alltag stark eingeschränkt. So lassen sich ohne Girokonto keine Daueraufträge für Miete, Strom, Gas oder Wasser einrichten, keine Lastschriften erteilen, keine Einnahmen verbuchen und viele Geldgeschäfte nicht realisieren. Wer über ein Girokonto verfügt, kann übliche Rechtsgeschäfte unproblematisch abschließen. Dazu gehören zum Beispiel
- einen Arbeitsvertrag zu schließen,
- eine Wohnung zu mieten oder
- einen Kredit aufzunehmen.
Ohne Girokonto geraten Verbraucher schnell in eine Situation, aus der sie ohne Hilfe und Unterstützung durch die Schuldnerberatung nicht alleine herausfinden. Das Sozialamt Nürnberg und die ISKA Schuldnerberatung sind erste Anlaufstellen. Für viele Menschen ist es prinzipiell positiv, dass die Möglichkeit zur Eröffnung eines Girokontos auch ohne SCHUFA-Auskunft besteht. Allerdings sollten Betroffene die Augen dabei besonders offen halten und die Anbieter genau auf Seriosität prüfen.
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