Glas – vom Schmuckstück zum Bauelement

Es wird tagtäglich genutzt – ob als Schmucktstück, Gefäß oder schlichtweg nur, um Wind und Wetter aus den Räumen zu halten. Glas ist eines der meistverwendeten Alltagsgegenstände in der heutigen Zeit. Sogar als Bauelement wird Glas genutzt – bis dahin war es jedoch ein langer Weg.

Vom Werkzeug zur Kunst

Natürliches Glas wie Obsidian, ein vulkanisches Glasgestein, wurde wegen seiner großen Härte und des scharfen Bruchs seit frühester Zeit für Werkzeuge wie Keile, Klingen, Schaber und Bohrer benutzt. Obsidian konnte jedoch, anders als künstlich hergestelltes Glas, nicht geschmolzen, gefärbt oder anderweitig verarbeitet werden. Glas künstlich in größeren Mengen stellten als Erste die Bewohner des antiken Ägyptens her. Hatten im 1. Jahrhundert besonders reiche Römer bereits Fensterbeglasung, kam erst über ein Jahrtausend später die Massenproduktion in Gang. Ab der Gotik wurden für Kirchen Fensterscheiben und Gläser in großer Anzahl produziert. Verziert und in verschiedene Farben eingelassen kennt man die Kirchenfenster auch heute noch.

Aufwändige Herstellung

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wird Glas in großen Mengen industriell produziert. Für die Herstellung von sogenanntem Kalk-Natron-Glas, das rund 90 Prozent der produzierten Glasmenge ausmacht, werden verschiedene Rohstoffe, wie u.a. Quarzsand, Natriumcarbonat, Kalk oder Altglas eingesetzt. In einem Ofen erfolgt die eigentliche Schmelze: Bei bis zu 1500 °C werden die Bestandteile in drei Phasen miteinander verbunden, die Glasschmelze erfolgt in drei Phasen:

• Sie beginnt mit der Rauhschmelze, die das Erschmelzen des emenges und seine Homogenisierung umfasst.
• Danach kommt die Läuterung, in der die Gase ausgetrieben werden.
• Anschließend wird das Material zur weiteren Formgebung abgekühlt („Abstehen des Glases“).

Erst nach dem Abstehen kann das deutlich abgekühlte Glas geformt und weiterverarbeitet werden.

Glas als Bauelement

In moderner Architektur ist Glas ein wesentlicher Bestandteil. Nicht nur Fenster und Türen werden heutzutage mit Glasscheiben versehen. Großflächige Verwendung des Baustoffes Glas in Verbindung mit Stahl oder Aluminium als architektonisches Gestaltungselement, besonders an Fassaden, sind äußerst beliebt. Hierbei wird zumeist sogenanntes Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) verwendet, das aus einzigen, speziell wärmebehandelten Scheibe besteht. Das Glas wird während der Herstellung auf mehr als 600 °C erhitzt und danach schlagartig abgekühlt. Dabei verlieren die oberflächennahen Zonen des Glases schneller an Temperatur als der innere Kern, in dem so eine Zug-, in der Oberfläche eine Druckspannung entsteht. Das Ergebnis ist ein Glas mit erhöhter Stoß- und Schlagfestigkeit. So verarbeitet bietet Glas in Architektur ein stilvolles Erscheinungsbild mit höchstmöglicher Sicherheitsgarantie.


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