Leben mit Demenz: Umgang und Vorbeugung bei altersbedingtem Gedächtnisverlust

Erinnerungen an frühere Zeiten: Bei einer Demenzerkrankung fällt es immer schwerer, sich vergangene Situationen ins Gedächtnis zu rufen. (Foto: pixabay, © Pezibaer, CC0 Public Domain)
 
Soziale Kontakte und körperliche Aktivität spielen bei der Vorbeugung der Krankheit eine wichtige Rolle. (Foto: pixabay, © stevepb, CC0 Public Domain)
 
Vertraute Gegenstände wecken Empfindungen und können dabei helfen, sich zu erinnern (Foto: pixabay, © stevepb, CC0 Public Domain)

SERVICE (se/fi) - Demenz oder Alzheimer hat sich in den letzten Jahren zu einer Volkskrankheit entwickelt. Doch was ist eigentlich der Unterschied zwischen den beiden Begriffen? Die Alzheimer-Erkrankung ist eine der Unterformen der Demenz und tritt gleichzeitig auch am häufigsten auf. Unterschieden wird bei Demenz zwischen degenerativen und nicht degenerativen Formen. Für beinahe alle Arten ist eine Heilung nicht möglich. Es gibt jedoch Therapiemöglichkeiten, um die negativen Auswirkungen der Erkrankung zumindest zu verzögern.

Für den jeweils Betroffenen ist es oft nicht einfach, die Diagnose zu akzeptieren. Es bedeutet, sich damit auseinandersetzen zu müssen, dass nun eine stetige Degeneration des Gedächtnisses stattfinden wird. Mit allen dazugehörigen Konsequenzen und Einschränkungen. Denn auch motorische Störungen und Persönlichkeitsveränderungen können als Folge der Krankheit auftreten.

Vorbeugung der Krankheit

Bei jedem Menschen kann sich der tatsächliche Krankheitsverlauf unterscheiden. Außerdem kann schlecht vorhergesagt werden, wie hoch das individuelle Risiko ist, an Demenz zu erkranken. Grundsätzlich gibt es jedoch einige Maßnahmen und Verhaltensweisen, die einen Ausbruch oder die Entwicklung der Krankheit verzögern können.

Soziale Kontakte knüpfen und pflegen:
Wer gut in einen Freundeskreis oder die eigene Familie eingebunden ist, hält durch Austausch und Gespräche seinen Geist fit. Der Umgang mit anderen Menschen ist meist auch verknüpft mit regelmäßigen Aktivitäten, die zur körperlichen und geistigen Betätigung beitragen. Je besser eine Integration im Alter vorhanden ist, umso größer sind die Anreize von außen, die eine Betätigung fördern.

Regelmäßige Bewegung zur Vorbeugung:
Einen großen Einfluss auf die Hirnleistung hat vor allem auch eine regelmäßige körperliche Aktivität. Umgekehrt gilt Adipositas als einer der Hauptrisikofaktoren für Demenz. Dabei spielt es jedoch eine Rolle, in welchem Lebensalter ein ungesund hohes Körpergewicht vorliegt.

Geistige Aktivität und Abwechslung:
Was für die Körpermuskulatur gilt, ist auch auf die Hirnleistung übertragbar. Was nicht gefordert wird, verkümmert mit der Zeit. Regelmäßiges Training des Hirnleistung und des Erinnerungsvermögens tragen dazu bei, die geistige Kapazität auch im Alter zu erhalten.

Gesunde Ernährung, vitaminreich und arm an tierischen Fetten:
Eine mediterrane Ernährung, die einen hohen Anteil an Gemüse, Eiweiß aus Hülsenfrüchten und ungesättigten Fettsäuren aufweist, soll das Risiko für eine Erkrankung senken. Tatsächlich ist Demenz in den Ländern rund um das Mittelmeer weitaus weniger verbreitet als in anderen Regionen der Erde. Studien zufolge soll im Olivenöl ein Stoff enthalten sein, der eine vorbeugende Wirkung besitzt.

Doch auch bei Berücksichtigung der oben genannten Punkte kann eine Demenzerkrankung im Alter nicht ausgeschlossen werden. Bei Alzheimer, der häufigsten Form, verursachen Proteinablagerungen im Gehirn die Krankheit. Weshalb dies geschieht ist jedoch immer noch unklar.

Umgang mit Altersdemenz

Durch die veränderte Altersstruktur in unserer Gesellschaft werden wir in den nächsten Jahren immer häufiger mit der Krankheit konfrontiert sein. Vor allem in der Versorgung und im Umgang mit Demenzpatienten gibt es vieles zu beachten.

Geduld spielt eine zentrale Rolle im Umgang mit Demenzpatienten. Die eingeschränkte Gehirnleistung führt zu einer großen Unsicherheit bei vielen Erkrankten. Es fällt den Betroffenen schwerer, auf Fragen zu antworten und durch eine Bevormundung kann die persönliche Unzufriedenheit und Traurigkeit über die Situation noch verstärkt werden.

Je nach Ausprägung der Demenz müssen die Betroffenen entsprechend betreut werden. Durch den schleichenden Verlauf der Krankheit wird eine Diagnose häufig erst sehr spät gestellt. Viele Menschen versuchen, sich ihre eigene Unabhängigkeit so lange wie möglich zu bewahren.

Positive Rückmeldungen schaffen:
Durch Bestätigung und kleine Erfolge verliert der Betroffene nicht den Mut, sich weiter am sozialen Leben zu beteiligen. Wer hingegen gestresst ist, weil ständig das Gefühl vorherrscht, dass etwas vergessen wird, oder bestimmte Tätigkeiten nicht mehr ausgeführt werden können, gibt schneller auf und zieht sich zurück.

Vertraute Umgebung möglichst erhalten:
Diese Option ist abhängig von der Schwere und Ausprägung der Symptome. Ist die Krankheit schon weiter fortgeschritten, ist eine Unterbringung in einem Pflegeheim oft nicht zu vermeiden. Aber auch dort helfen vertraute Dinge, Gerüche, Melodien oder Bilder den Patienten dabei, sich Erinnerungen wieder ins Gedächtnis zu rufen. Jede Veränderung hat dagegen zur Folge, dass neue Dinge erlernt werden müssen. Und dies ist mit einer Demenzerkrankung umso schwerer.

Beschäftigung und Erhaltung der Aktivität sicherstellen:
Langeweile ist der größte Feind im Alter. Solange bestimmte Tätigkeiten noch selbst erledigt werden können, ist auch das Gehirn bei der Aktivität beschäftigt. In vielen Pflegeheimen werden als therapeutische Maßnahme unter entsprechender Anleitung verschiedene Beschäftigungsmöglichkeiten angeboten. Die Ergotherapie setzt dabei auf körperliche Aktivitäten wie Handarbeiten oder gemeinsames Singen und Spielen. Beim kognitiven Training werden dagegen die Fähigkeiten des Gehirns durch Gedächtnisübungen gefördert.

Behandlungsmöglichkeiten mit Medikamenten

Heutzutage sind zur Bekämpfung von Altersdemenz verschiedene Präparate auf dem Markt erhältlich. Der Krankheitsverlauf lässt sich dadurch jedoch allenfalls verzögern. Zudem sprechen nicht alle Patienten auf die Medikamente an.

Akzeptanz der Krankheit

Wer selbst an Alzheimer erkrankt, wird sich die Krankheit lange nicht eingestehen wollen. Wichtig ist es, sich bei wiederkehrenden Symptomen an einen Arzt zu wenden. Denn nicht immer muss bei Vergesslichkeit eine Altersdemenz vorliegen. Es ist normal, dass im Alter die Hirnleistung zu einem gewissen Teil nachlässt. Allerdings könnte auch eine Depression für eine eingeschränkte geistige Leistungsfähigkeit verantwortlich sein.
Wird sich frühzeitig mit einer möglichen Demenzerkrankung auseinandergesetzt, können Maßnahmen getroffen werden, um die Selbständigkeit im Alltag noch so lange wie möglich zu erhalten. Aktuell wird an einer Impfung gegen Alzheimer geforscht. Ähnlich wie bei der Funktionsweise des Immunsystems soll der Stoff helfen, die Ablagerungsstoffe im Gehirn zu bekämpfen.
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