Neue Behandlungsmethoden nehmen die Angst vor dem Zahnarztbesuch

Manch einen graut es schon beim Gedanken an den nächsten Zahnarzttermin. So gab im Rahmen einer bundesweiten Umfrage jede(r) dritte Befragten an, Angst vorm Bohrer zu haben. Jeder Zehnte ließ sogar schon geplante Termine platzen und suchte erst später die Praxis auf, als der Schmerz unerträglich wurde. Traumatische Erfahrungen, die bei vielen in der Kindheit begründet sind, sorgen beim Anblick einer Spritze, beim Geräusch des Bohrers oder allein schon beim typischen Geruch einer Zahnarztpraxis für Herzrasen, Schwitzen oder Zittern. Doch das muss nicht sein, denn neue Behandlungsmethoden lassen gerade auch bei ängstlichen Patienten die Angst vor dem Zahnarzt schwinden.

So geht es – zumindest bei kleineren Löchern – inzwischen auch ohne Bohren. Diese Löcher lassen sich problemlos mit der so genannten Kariesinfiltration (Icon-Methode) ausbessern. Bei diesem Verfahren, das Karies im Anfangsstadium stoppen kann, wird die Zahnoberfläche zunächst mit einer speziellen Flüssigkeit behandelt und anschließend mit einer Alkohollösung getrocknet. Daraufhin trägt der Zahnarzt den farblosen Kunststoff auf und härtet ihn mit UV-Licht aus. Ein wichtiger Vorteil dieser schonenden und schmerzfreien Behandlung besteht darin, dass keine Zahnsubstanz geopfert werden muss. Ein Nachteil: die Kariesinfiltration wird nicht von den Kassen bezahlt.

Schmerzfreie Laserbehandlung

Auch wem bereits das Geräusch und die Vibrationen des Bohrers Angst machen, kann inzwischen geholfen werden. Immer mehr Ärzte setzen nämlich inzwischen Laserstrahlen ein, um präzise, schonend, blutarm und nahezu schmerzfrei Entzündungsgewebe abzutragen oder Wurzelbehandlungen durchzuführen. Mit Hilfe des Lasers können selbst feinste Wurzelkanäle erreicht und von Bakterien befreit werden, sodass der Zahn langfristig erhalten bleibt. Auch alte Füllungen und kariöse Stellen lassen sich auf diese Weise entfernen.

Doch nicht nur Bohrer und Spritze stellen für einige Patienten ein Problem dar, auch Parodontitis und deren Behandlung sorgt bei vielen für Stress. Für Parodontitis gilt, wie für fast alle Erkrankungen: je eher sie entdeckt wird, desto besser. Mit dem neuen, so genannten „aMMP-8-Test“ lässt sich das Stadium des Gewebeabbaus bereits erkennen, bevor Schäden überhaupt sichtbar werden. So kann man sich langwierige und zum Teil auch schmerzhafte Prozeduren ersparen.

Hypnose immer beliebter

Auch die Abdruckmaterialien, die bei Kronen oder kleineren Brücken verwendet werden, rufen bei einigen Patienten regelrechten Stress hervor. Die Masse aus Alginat bzw. Silikon sowie der Abformlöffel können bei ihnen Würgereiz oder gar Panik auslösen. Dies macht es manchmal schwierig, einen präzisen Abdruck zu erstellen, sodass die Prozedur in einigen Fällen sogar noch einmal wiederholt werden muss. Seit Neuestem kommt in einigen Zahnarztpraxen ein Hightech-Gerät zum Einsatz, mit dem der Arzt die Zähne berührungsfrei scannt und einen digitalen Abdruck erzeugt.

Wer übergroße Angst vor Schmerzen hat oder sich – bei einer aufwändigen Behandlung – nicht mehrere Einzelsitzungen zumuten will, kann sich natürlich auch für eine Behandlung unter Halb- oder Vollnarkose entscheiden. Im Dämmerschlaf, der sich für kürzere Eingriffe eignet, ist man völlig entspannt, aber ansprechbar. Größere Sanierungen unter Vollnarkose sollten in Zahnkliniken oder in Praxen mit Anästhesisten durchgeführt werden.


Ihr Experte zum Thema "Zahnheilkunde":
Zahnarztpraxis Fiedler, Nürnberg-Johannis
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