Online Essen bestellen ist in: Der Boom von Lieferheld & Co.

(Foto: pixabay.com)

SERVICE (ta/fi) - Jeden Monat bestellen rund 22 Millionen Menschen in Deutschland mindestens einmal Essen bei einem Lieferservice. Immer mehr nutzen dabei für die Auswahl Online-Bestellplattformen wie lieferheld.de, pizza.de oder foodora.de. Die Betreiber solcher virtuellen "Essens-Marktplätze" können sich freuen - Das Geschäft boomt.

Dabei ist dies eigentlich gar nicht so selbstverständlich. Denn schließlich besteht in der Regel auch die Möglichkeit, direkt bei einem Lieferservice online zu bestellen. Auch viele Restaurants und Fast Food-Ketten bieten längst Online-Bestelloptionen an. Worin liegt dann der Mehrwert einer solchen Plattform?

Für Digital Natives mit wenig Zeit und hungrigem Bauch

Die Antwort lautet aus User-Sicht: Markttransparenz und Effizienz. Die Bestellplattform macht die Suche nach dem besten Essen einfach und bequem. Mit minimalen Eingaben erhält der User alle Liefer-Angebote in seiner Umgebung aufgelistet und kann dann direkt mit der Bestellung loslegen. In der Regel besteht auch die Möglichkeit, nach "Geschmacksrichtungen" zu selektieren. Pizza, Burger, Salat - Griechisch oder Thai - mit der Bestellplattform gelingt das mühelos und wesentlich schneller als wenn man zunächst im Internet sucht und sich erst durch diverse Websites durchklicken muss. Dieser Effizienzvorteil bei der Essenssuche macht die Plattformen attraktiv.

Online-Bestellplattformen sind ein noch relativ junges Geschäftsmodell. Den Anfang in Deutschland machte 2007 pizza.de. 2011 folgte lieferheld.de – Zwei der Marktführer in dem Geschäft und beide ein Teil von Delivery Hero. Aber Nachahmer gibt es inzwischen viele - nicht immer mit gleicher Bandbreite und Qualität. Das Angebot zielt vor allem auf junge Menschen - die sogenannten Digital Natives -, die wenig Zeit und Lust haben, sich um ihr Essen selbst zu kümmern, aber nichtsdestoweniger hungrig sind.

Plattformen verdienen an jeder Bestellung

Ihr Geld verdienen die Plattformen aber nicht mit den Usern, denn die Bestellung an sich ist üblicherweise kostenlos. Finanziert werden sie über die Lieferdienste, Restaurants und Ketten, deren Angebote sie im Netz verbreiten. Für jede über die Plattform generierte Bestellung fließt eine Art "Vermittlungsprovision" an Lieferheld & Co. Die Höhe variiert von Betreiber zu Betreiber. Üblich sind Größenordnungen von acht bis zehn Prozent des Bestellwerts - eine beachtliche Summe.

Trotzdem rechnet sich der "Anschluss" an solche Plattformen vielfach für die Gastronomie. Die Unternehmen erweitern damit ihre Erreichbarkeit, ihren Kundenkreis und ihre Bekanntheit. "Kannibalisierungseffekte" halten sich in Grenzen - im Gegenteil: gerade in sonst umsatzschwachen Zeiten tragen die Plattformen zu einem stabileren Geschäft bei. Das erklärt, warum die Plattformen bisher wenig Probleme haben, genügend Lieferdienste und Restaurants zu finden.

Bäume wachsen nicht in den Himmel

Die Großen haben dabei die Nase vorn, denn bei der Akzeptanz spielen natürliche Breite und Tiefe des Angebots eine wichtige Rolle. Hier gibt es durchaus Unterschiede. Gerade für Nachahmer ist es schwerer, hier mitzuhalten - ein Grund, warum sie zum Beispiel bei Bewertungen oft schlechter abschneiden. Auch bei Online-Bestellplattformen wachsen die Bäume nicht in den Himmel.
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