Osteopathie und was dahinter steckt

Begründet wurde die Osteopathie vor fast 140 Jahren von dem amerikanischen Arzt Andrew Taylor Still. Nachdem dieser machtlos mit ansehen musste, wie seine erste Frau und vier seiner Kinder an Krankheiten starben, suchte er nach einem neuen Verständnis von dem, was Medizin sein sollte.

Seine Erkenntnisse bilden bis heute das Fundament der osteopathischen Medizin:
• die grundlegende Bedeutung von Bewegung für alle Strukturen im Körper
• die gegenseitige Abhängigkeit von Struktur und Funktion
• die Betrachtung des Organismus als untrennbare Einheit
• dessen Fähigkeit zur Selbstheilung

1874 verkündete Still seine neue Medizin und gab ihr den Namen Osteopathie. Immer mehr Patienten wollten sich von ihm behandeln lassen, sodass Still begann, Osteopathie zu unterrichten und 1892 schließlich in Kirksville, Missouri, USA, die American School of Osteopathy gründete.

Heute praktizieren etwa 54.000 Osteopathen in den USA ihren eigenständigen Beruf. Nach Europa kam die Osteopathie durch einen Schüler Stills, den Engländer John Martin Littlejohn, der 1917 in London die bis heute existierende British School of Osteopathy gründete. Von England aus kam die Osteopathie in den 1950er Jahren auch aufs europäische Festland. Die Osteopathie hat ein eigenes Verständnis davon, wie Krankheiten entstehen. Aus osteopathischer Sicht gehen diesen meist Funktionsstörungen voraus. Wird eine solche Funktionsstörung nicht rechtzeitig behoben, kommt es früher oder später zu einem Schaden an der Struktur. Die Folge: eine Krankheit bricht aus. Da die Osteopathie Funktionsstörungen löst, behandelt sie vorbeugend und kann oft das Ausbrechen einer Krankheit verhindern.

Aufgrund ihres eigenen Ansatzes kann die Osteopathie bei zahlreichen Beschwerden wirksam helfen bzw. unterstützend tätig sein. Hierzu zählen u.a.:
• im Bereich des Bewegungsapparates (parietale Osteopathie): Gelenkprobleme, Hexenschuss, Ischias, Schleudertrauma, Verstauchung und andere Verletzungen,
• im internistischen Bereich (viszerale Osteopathie): Verdauungsstörungen, Sodbrennen, Organsenkung, Operationsfolgen wie Narben und Verwachsungen, funktionelle Herzbeschwerden,
• im Hals-Nasen-Ohren-Bereich (kraniosakrale Osteopathie): Kopfschmerzen, Migräne, Nasennebenhöhlenentzündung, chronische Mittelohrentzündung, Mandelentzündung, Schwindel, Tinnitus, Bissregulation (begleitend),
• im urogenitalen Bereich (viszerale Osteopathie): Menstruationsbeschwerden, Schwangerschaft, Geburtsvorbereitung und -nachsorge,
• in der Kinderheilkunde (parietale, viszerale und kraniosakrale Osteopathie):
geburtsbedingte Schädel- und Gesichtsverformungen, Schiefhals, Hüftdysplasie, Spuckkind, Entwicklungsverzögerungen, Lern- und Konzentrationsstörungen, Hyperaktivität.

Die Grenzen der Osteopathie liegen dort, wo die Selbstheilungskräfte den Körper nicht mehr gesunden lassen.
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