Presseverteiler: Ein PR-Instrument für Unternehmen

Auch Presseverteiler ändern sich mit der zunehmenden Digitalisierung der Medien. (Foto: © Geralt (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)
 
Mit einem guten Presserverteiler können Unternehmen in die Schlagzeilen kommen. (Foto: © ChristopherPluta (CC0-Lizenz)/ pixabay.com)

SERVICE (se/fi) - Die Pressemitteilung ist eines der klassischen Kommunikationsmittel vieler Unternehmen. Auch im Hinblick auf die steigende Bedeutung von Online-Publikationen ist die Pressemitteilung heute wichtiger denn je. Um die Verbreitung von Pressemitteilungen gezielt zu steuern, setzen viele Unternehmen auf Presseverteiler. Was genau ein Presseverteiler ist, und welche Aufgaben er erfüllt, soll dieser Beitrag klären.

Was ist ein Presseverteiler?

Der Presseverteiler unterstützt Unternehmen dabei, gezielt Pressemitteilungen und Neuigkeiten in Print- und Onlinemedien zu streuen. Grundsätzlich ist es sinnvoll, sich nicht auf einen einzelnen Verteiler zu konzentrieren, sondern Listen mit unterschiedlichen Themengebieten zu erstellen. Damit dies gelingt, ist der Kontakt zu Journalisten empfehlenswert, da die Wahrscheinlichkeit, dass Artikel veröffentlicht werden, höher liegt, sobald ein Unternehmen persönlich bekannt ist.

Ein guter Presseverteiler wird nicht im Handumdrehen erstellt, sondern ist ein fortwährender Prozess. Er lässt sich mit einem Newsletter vergleichen. Der Unterschied ist, dass sich beim Presseverteiler Journalisten und Interessenten nicht eigenständig registrieren, sondern dass deren Kontaktdaten so umfangreich wie möglich in den Verteiler aufgenommen werden. Die wichtigsten Kontaktdaten sind natürlich:
- Name
- E-Mail-Adresse
- Telefon
- Anschrift
Weitere Punkte, die ein guter Presseverteiler mit der Zeit abdecken sollte, sind:
- Medium (Print, online, Radio)
- Reichweite
- Zielgruppe
- Erscheinungszeiten
Sinnvoll ist es zudem, über den Erfolg der herausgeschickten Meldungen Nachweise zu führen. Welche Kontaktadresse hat die Pressemitteilung übernommen und veröffentlicht? Wie viel Zeit verging bis zur Veröffentlichung?

Um einen Presseverteiler zu erstellen, können Unternehmen die Kontaktdaten einerseits selbst in Listen einpflegen. Andererseits gibt es heute zahlreiche kostenlose und kostenpflichtige Programme, die diese Aufgabe übernehmen. Die Programme erlauben es, die Pressestellenthemenspezifisch zu sortieren und mit Tags zu versehen, sodass bei der Verbreitung von Nachrichten genau gefiltert werden kann, wer für die Veröffentlichung infrage kommt.

Was sollte beim Aufbau des Presseverteilers beachtet werden?

Viel hilft nicht viel. Es genügt nicht, einfach nur Adressdaten von Redaktionen, Webseiten oder Newsblogs zu sammeln und die dahinterstehenden Personen auf gut Glück anzuschreiben. Sicherlich wird die eine oder andere Mitteilung auf diesem Weg veröffentlicht werden - erfolgsversprechend ist das Vorhaben jedoch nicht. Sinnvoller ist es, den Presseverteiler direkt von Beginn an ordentlich zu erstellen und zu pflegen.

Unternehmen sollten sich zuerst überlegen, welche Medien sich für sie überhaupt eignen. Welche Inhalte werden in den einzelnen Medien veröffentlicht und mit welcher Reichweite ist zu rechnen?
Um erste Adressen zu sammeln, eignet sich der Besuch der Webseite des Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V. Hier wird Interessenten eine Liste zur Verfügung gestellt, die Anschriften und Webauftritte von Tageszeitungen, Pressekatalogen oder auch Fachzeitschriften enthält. Wer bereits in dieser Liste nach zum Unternehmen passenden Medien sucht, macht bereits vieles richtig.

Wichtig ist, dass Unternehmen die Anschriften im Presseverteiler so aufbauen, dass tatsächlich die Kunden erreicht werden. Es genügt nicht, überwiegend in Fachzeitschriften zu informieren, wenn diese nicht von Käufern gelesen werden. Zudem sollte der regionale Kundenanteil beachtet werden. Zeitschriften, die überwiegend in der heimischen Region vertrieben werden, bieten eine Fülle neuer Kunden, wenn die Informationen korrekt aufgebaut werden. Gerade Dienstleistungsunternehmen können mit einem regional eingestellten Presseverteiler neue Kundschaft erhalten.

Natürlich gibt es für einzelne Unternehmensbereiche mittlerweile verschiedene Presseverteiler. So können Startups eine Liste mit Adressen anlegen, deren Redaktionen neu gegründete und interessante Unternehmen eigens bewerben. Eine ausführliche Anleitung zur Erstellung eines Pressverteilers gibt es auf Presseverteiler.de.

Wer relativ schnell eine Pressemitteilung verbreiten möchte, kann dies zusätzlich über das Internet erledigen. Viele Online-Presseportale bieten die kostenlose Veröffentlichung an. Zwar lässt sich der Erfolg nicht unbedingt messen, doch erhält das Unternehmen durch die online verfügbare Pressemitteilung ein neues Suchergebnis und wird somit bei Google besser gerankt. Gleichzeitig erscheinen die Pressemitteilungen bei Google News.

Chancen für Unternehmen

Ein sauber gepflegter und richtig aufgebauter Presseverteiler unterstützt Unternehmen dabei, Pressemitteilungen oder News zu streuen. Allerdings dürfen sich Unternehmer nicht allein auf ihre Adressliste verlassen, sondern müssen den Pressemitteilungen ebenfalls Beachtung schenken. Damit die Mitteilung gelesen und gerade in Printmedien veröffentlicht wird, muss sie laut kreativisten.org besonderen Ansprüchen genügen.
- Signifikante Überschrift
- Einleitung mit Beantwortung aller W-Fragen
- Erster Absatz: Genauere Erklärung der W-Fragen
- Zweiter Absatz: Zusätzliche Informationen
- Dritter Absatz: Abschluss

Bei der Veröffentlichung in Printmedien ist daran zu denken, dass die Pressemitteilungen oftmals deutlich gekürzt werden. Der letzte Absatz kann durchaus ersatzlos gestrichen werden, somit sollten die relevanten Punkte der Mitteilung bereits im ersten Absatz zu finden sein. Alles, was weiter unten im Text steht, wird eventuell nicht veröffentlicht. Zudem muss die Mitteilung rechtzeitig herausgeschickt werden. Es genügt nicht, die Neueröffnung einer Filiale eine Woche vor Eröffnung über den Pressemitteiler zu versenden. Viele Zeitschriften haben einen sehr eng getakteten Redaktionsschluss, der die überwiegenden Inhalte der nächsten Ausgabe schon eine Woche vor Erscheinen festlegt.

Wer alle Punkte beachtet und die Mitteilungen gezielt streut, erhält durch die Nutzung eines Presseverteilers Aufmerksamkeit. Veröffentlichen einige Medien die meisten der geschickten Pressemitteilungen, kann dieser Kontakt durchaus persönlicher aufgebaut werden. Sobald ein Unternehmen einen direkten Ansprechpartner in einer Redaktion hat, sind oftmals weitere Veröffentlichungen möglich. Aus diesen Kontakten entstehen nicht selten Möglichkeiten der gezielten Firmenbewerbung auf einer Zeitungsseite oder auch Vorstellungen des Betriebs. Gerade im regionalen Umkreis lohnt es sich, solche Kontakte aufzubauen und dauerhaft zu pflegen. Stoßen Kunden immer wieder in der regionalen Presse auf ein Unternehmen, nehmen sie die Angebote des Betriebs wesentlich eher wahr, als wenn der Name nur in Onlinemedien oder überregionalen Zeitungen auftaucht.

Ein Presseverteiler ist sinnvoll - und arbeitsintensiv

So nützlich, wie ein Presseverteiler auch ist, so viel Arbeit kostet er während des Aufbaus und der sich anschließenden Pflege. Unternehmen sollten den Aufwand nicht unterschätzen, doch gleichzeitig wissen, dass sich die Arbeit lohnt. Zudem unterstützen Programme den Aufbau heute gezielt und helfen, die Daten korrekt einzupflegen. Wer nun noch hingeht und die Adressen mit Tags, Rubriken und besonderen Anforderungen versieht, kann den Erfolg des Versands deutlich steigern und sicherstellen, dass die Redaktionen die Nachrichten veröffentlichen. Hierbei gilt immer eines: Umso weniger Aufwand die Redaktion mit der Veröffentlichung hat, desto eher wird die Nachricht in den Medien erscheinen.
1 Kommentar
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Sarah Hübner aus Unterfranken | 09.02.2016 | 16:00   Melden
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