Proktologie: Erkrankungen des Darms

Im fortgeschrittenen Alter leiden immer mehr Menschen an Erkrankungen des Enddarms. Die Krankheiten reichen dabei von Entzündungen (z.B. Appendizitis, Analfissur, Divertikulitis, perianale Fistel oder perianaler Abszess) über gut- bzw. bösartige Tumore (Polypen oder Karzinome) bis hin zu einem ganzen Spektrum an weiteren Erkrankungen (Reizdarmsyndrom, Darmverschluss, Inkontinenz, Hämorrhoiden etc). Erkrankungen, die den Enddarm – also den Grimmdarm, den Mastdarm und den Analkanal – betreffen, werden vom Proktologen behandelt.

Vorsorge ist ungeheuer wichtig

Insbesondere über den Darmkrebs wird viel geschrieben und berichtet – Karzinome des Darms sind in Deutschland bei Frauen und Männern die zweithäufigste Krebsart. Wird das Ganze jedoch frühzeitig erkannt, bestehen sehr gute Heilungschancen. Da Darmkrebs – der sich in etwa 90 Prozent aller Fälle aus vorerst gutartigen Darmpolypen entwickelt – wegen geringer Beschwerden vielfach erst spät bemerkt wird, sind regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen ungeheuer wichtig. Diese Darmkrebsfrüherkennung wird von den gesetzlichen Krankenkassen ab dem 50. Lebensjahr angeboten.

Auch wenn Erkrankungen des Darms häufiger bei Menschen im fortgeschrittenen Alter auftreten, leiden auch jüngere Menschen häufig unter Beschwerden des Darm- oder Analbereichs und fühlen sich dadurch in ihrer Lebensqualität eingeschränkt. Doch obwohl derartige Erkrankungen keine Seltenheit sind, ziehen die betroffenen Personen in den meisten Fällen erst nach längerer Zeit einen Arzt zu Rate. Da sich jedoch bei lang andauernder Erkrankung oft Folgeschäden einstellen, sollte in jedem Fall frühzeitig ein Arzt konsultiert werden.

Einer der berühmtesten Patienten, der unter Hämorrhoiden litt, war der französische Kaiser Napoleon Bonaparte. Laut historischen Berichten konnte er 1815 im belgischen Waterloo wegen der Schmerzen nicht auf sein Pferd steigen und musste seine Mannen alleine in die berühmte Schlacht ziehen lassen, was schließlich zum Ende seiner Regentschaft führte.
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