So spart Deutschland heute: Geld lieber im Kühlschrank als auf dem Sparbuch?

SERVICE (ak/fi) - Geldanlage, Geldsparstrategie oder Vermögensaufbau sind derzeite für viele Menschen leidige Themen. Seit die EZB den Leitzins auf 0 Prozent gesenkt hat, ist eine der Lieblingsbeschäftigungen der Deutschen – Das Sparen – nicht mehr das, was es früher einmal war. Viele sind frustriert und wollen mit Sparbuch und Co. nichts mehr zu tun haben. Stattdessen verstecken sie ihr Geld da, wo es immer griffbereit ist - im eigenen Zuhause. Das Motto lautet hier: Zu Hause ist es (das Geld) ja immer noch am schönsten.

Bei vielen Deutschen ist das Vertrauen in Banken offenbar ein Stück weit zurückgegangen. Durch die Leitzins-Senkung im März dieses Jahres verging vielen Verbrauchern endgültig die Lust am Sparen. Die wenigsten Anlageprodukte bieten derzeit noch rentable Gewinne. Viele Anleger fragen sich daher, ob die Anlage bei einer Bank sich überhaupt noch lohnt oder ob das Ersparte nicht ebenso gut zuhause aufbewahrt werden kann.

Einer Umfrage des Versicherungsportals Knip zufolge lagert rund 42 Prozent der 1.080 Befragten ihr Geld in den eigenen vier Wänden. Das liebste Versteck ist demnach der Kühlschrank – hier versteckt jeder vierte Befragte seine Banknoten.

Auf Platz zwei der besten Orte, um Geld zu horten, landet der Kleiderschrank. Rund jeder Zehnte versteckt sein Erspartes gerne unter der Wäsche oder unter den Socken. Die gute alte Matratze ist bei den Deutschen aber fast genauso beliebt – gefolgt von Spülkasten im WC, Vorratsdosen in der Küche, Schuhschränken sowie klassischen Spardosen. Dabei dürften gerade diese kleinen Geheimverstecke so gut wie jedem Einbrecher bekannt sein. Michael Divé – Leiter der Unternehmenskommunikation bei Knip – rät deshalb ausdrücklich davon ab, Geld so unüberlegt zu Hause zu lagern. Wenn es denn schon sein muss, dann sollte es ein Versteck sein, das unübersichtlich und/oder schwer zu erreichen ist wie beispielsweise ein alter Koffer im vollgestellten Keller.

Kühlschrank statt Sparbuch – so spart ein großer Teil der Deutschen also neuerdings und lässt sich dadurch jegliche Rendite entgehen. Denn trotz der Leitzins-Senkung gibt es nach wie vor Geldanlagen, die Gewinne erzielen können. Auf Festgeld im europäischen Ausland beispielsweise gibt es bis zu 2 Prozent Zinsen – die meisten deutschen Banken können da nur schwer mithalten. Und welche Bank europaweit tatsächlich die besten Zinssätze hat, erfahren Sparwillige ohne großen Aufwand, online auf Portalen wie weltsparen.de. Es gibt also keinen Grund, dem Sparen komplett abzuschwören. Und im Kühlschrank machen sich die Lieblingsdelikatessen doch sowieso viel besser als Geldscheine.



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