Sommerfeste international: Wie der Beginn des Sommers in anderen Ländern gefeiert wird

SERVICE (ak/fi) - Viele Länder feiern den Beginn der warmen Jahreszeit auf ganz besondere Art und Weise. So ist es bei uns in Deutschland beispielsweise in vielen Orten üblich, ein sogenanntes Sonnwendfeuer zu entzünden. Vor allem die Skandinavier und Slawen läuten den Sommer gebührend mit der Feier der Sommersonnenwende ein – der kürzesten Nacht des Jahres.

Der Sommeranfang im irischen Kalender: Beltane

Bereits in der Nacht vom 30. April zum 1. Mai wird der Sommer offiziell eingeläutet. Beltane gehört zu den wichtigsten Festen der Kelten – es markiert den Beginn des Sommers. Heutzutage wird Beltane auch in Deutschland noch gefeiert, allerdings in abgewandelter Form. Ob Walpurgisnacht, Tanz in den Mai, das Osterfeuer oder das Aufstellen des Maibaums – diese Festivitäten haben ihren Ursprung im Beltane und feiern damit den Beginn des Sommers. Das Magazin von Viversum geht auf die Bedeutung und den Ursprung des Festes ein.

Mittsommerfest in Schweden

Die Schweden lassen es im Juni richtig krachen. Midsommar gehört nach Weihnachten zu den wichtigsten Feierlichkeiten im Land. Denn dann wird die Sommersonnenwende eingeläutet, die am 21. Juni auf der nördlichen Erdhalbkugel stattfindet. Der Mittsommerabend fällt in Schweden immer auf einen Samstag zwischen dem 20. und 26. Juni. Am Abend wird ein geschmückter Baumstamm aufgestellt, vergleichbar mit unseren Maibäumen, um den dann getanzt wird und verschiedene Spiele ausgetragen werden. Das Fest ist ein besonderer Tag für die Schweden, weshalb die Frauen sich in weiße, luftige Kleider werfen, ihre Haare mit Blumenkränzen schmücken und die Männer sich in schicke Hemden kleiden. Auch das Essen spielt eine große Rolle: Während die Erwachsenen schwedische Trinklieder singen und dazu Schnaps trinken, gibt es für jeden Kartoffeln mit Hering, Sauerrahm, Schnittlauch und Knäckebrot dazu.




Iwan-Kupala-Tag in den slawischen Ländern

Auch in den slawischen Ländern wird die Sommersonnenwende gefeiert. Anders als in Schweden, findet sie jedes Jahr an einem festen Datum statt – dem 7. Juli. Der Name des Festes Iwan-Kupala leitet sich von Iwan dem Täufer und dem heidnischen Gott "Kupalo" ab, was auch erklärt, warum die Bräuche sowohl christlicher als auch heidnischer Natur sind. Dabei hat jedes Land – ob Russland, Polen, Belarus oder die Ukraine – verschiedene Traditionen, wie die Nacht vom 6. zum 7. Juli verläuft. So ist die Nacht vor allem für die Ukrainerinnen bedeutsam. Sie flechten jeweils zwei Blumenkränze aus Wiesenblumen und Wildkräutern, die dann mit Kerzen bestückt und in ein fließendes Gewässer gelegt werden. Der erste Kranz steht symbolisch für das Mädchen selbst, der zweite für den Geliebten. Treiben die Kränze nebeneinander her, wird das Liebespaar für immer zusammen bleiben. Noch alleinstehende Mädchen glauben außerdem daran, dass wenn sie um Mitternacht nackt drei Mal um ein Roggenfeld laufen, ihr zukünftiger Geliebter sie im Traum sieht und somit nach ihr suchen wird. Am Tag des 7. Juli steht alles im Zeichen des Wassers ("kupat" kommt aus dem Slawischen und bedeutet baden) und so begießen sich die jungen Leute auch damit.


Bildrechte: Flickr Midsummer party Håkan Dahlström CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten
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