Uhrenmarkt 2016: Schweizer Uhrenhersteller ziehen nach

Bisher galt die Schweizer Uhrenmarke Rolex als das Statussymbol überhaupt. Das gilt wohl für alle Modelle mit dem Schweizer Gütesiegel. Im Zuge der Digitalisierung hat sich das Blatt jedoch gewendet und die Traditionsunternehmen verlieren an Umsatzstärke. Werden die alteingesessenen Uhrenmanufakturen bald von vom Elektronikhersteller Apple, der 2015 seine erste Smartwatch auf den Markt gebracht hat, vom Thron gestoßen? Im Folgenden ein kleiner Überblick.

Die Schweiz galt stets als das Mekka für den weltweiten Uhrenmarkt. Doch als der amerikanische Technologie-Riese Apple im April 2015 seine erste intelligente Uhr lancierte, machten die Schweizer Traditionsuhrenhersteller bereits Monate im Voraus besorgte Mienen. Die Uhrenmesse Baselworld 2015, deren jährliche Top-Uhren zum Beispiel bei Chrono24 erhältlich sind, wurde sogar fast schon überschattet von der Angst vor den scheinbar den gesamten Markt überschwemmenden, intelligenten Uhren. Im gleichen Jahr hat sich die Smartwatch von Apple schließlich – zumindest was die Erwartungen betraf – jedoch als Flop erwiesen. Auch wenn der Hersteller bis heute keine offiziellen Verkaufszahlen preisgegeben hat, wird von knapp 11 Millionen verkauften Exemplaren ausgegangen – etwa 20 bis 30 Millionen weniger, als erwartet. Trotzdem hat sich Apple mit der Smartwatch einen Namen in der Branche gemacht. Für 2017 ist sogar eine Smartwatch 2 geplant.

Experten zufolge konkurriert Apple auf dem Markt viel weniger mit Luxusuhrenherstellern, als mit Marken im niedrigen und mittleren Preissegment wie zum Beispiel Swatch. Das Resultat: Fast jeder große Schweizer Uhrenhersteller hat mittlerweile eine eigene intelligente Uhr in seinem Repertoire. Swatch hat bereits 2015 mit der Touch Zero One und der Bellamy ihre ersten Uhren mit smartem System eingeführt und wird mit der Ende 2016 erscheinenden Tissot Smart ihre erste komplette Smartwatch lancieren. Diese soll man per Bluetooth mit einem Smartphone verbinden können.

Insgesamt gingen die Exporte Schweizer Traditionsuhren im Jahr 2015 um 3,3 % auf knapp 20 Milliarden Euro zurück. Der Markt für Smartwatches soll Experten hingegen jedoch weiterhin wachsen – bis 2017 auf etwa 100 Milliarden Euro. Das betonte in diesem Jahr auch Jean-Claude Biver, Präsident und Leiter eines Luxusgüterkonzerns (LVMH), der meinte, dass sich die Smartwatch noch enorm entwickeln wird. Der Schweizer Markt hat davon wenig, denn die meisten Hersteller intelligenter Uhren sitzen nicht in der Schweiz, sondern in Amerika und Asien. Neben Apple sind das unter anderem Samsung (Korea), Sony (Japan) oder Huawei (China). Selbst der Schweizer Luxusuhrenhersteller TAG Heuer hat seine erste Smartwatch, die im November 2015 veröffentlichte TAG Heuer Connected, zusammen mit Experten von Google und Intel aus dem Silicon Valley entwickelt. Bisher wurde häufig kritisiert, dass Smartwatches nicht an das Design der Schweizer Uhren herankomme. Doch die Technologieunternehmen arbeiten bereits fleißig daran. Wirft man einen Blick auf die Smartwatches von HUAWEI, die teilweise in Roségold und mit dekoriertem Ziffernblatt daherkommen sowie verschiedene Bänder zur Auswahl haben, wird einem bewusst, wie berechtigt die Angst der Schweiz doch tatsächlich ist.


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