Was gilt es bei der Wohnungsübergabe zu beachten?

Normalerweise findet die Abnahme einer Wohnung kurz vor dem Auszug des bisherigen Mieters bzw. kurz vor Ablauf eines Mietvertrages statt. Einige Vermieter vereinbaren allerdings auch schon vorher einen Termin zur „Vorabnahme“, bei der sich Mieter und Vermieter darüber verständigen können, welche Ausbesserungs- und Renovierungsarbeiten noch auszuführen sind. Auf diese Weise können Probleme bei der eigentlichen Wohnungsübergabe vermieden werden.

Etwaige Mängel dokumentieren

Um spätere Streitigkeiten mit dem Vermieter zu vermeiden, sollten künftige Mieter die Wohnung ganz genau in Augenschein zu nehmen. Bei der Übergabe muss die Wohnung in jedem Fall leer und besenrein sein – dies ist vom Gesetzgeber so geregelt und darüber hinaus die einzige Möglichkeit, etwaige Mängel erkennen zu können. Zudem ist es wichtig, dass die Wohnung bei der Übergabe über eine ausreichende Beleuchtung verfügt, denn nur bei entsprechendem Licht sind einige Makel, zum Beispiel ein mangelhafter Wandanstrich, entsprechend deutlich zu erkennen. Daher sollte man den Termin zur Wohnungsübergabe am besten gleich auf eine Zeit bei Tageslicht vereinbaren und dann insbesondere auf folgende Punkte achten:

• Sind Wasserhähne, Toilettenspülung, Heizung sowie etwaige elektrische Geräte in der Küche voll funktionsfähig?
• Wurden Wände (ggf. auch Türen) vom Vormieter gestrichen?
• Schließen Türen und Fenster dicht?
• Hat der Fußboden Schäden?
• Hat das Waschbecken oder die Badewanne Sprünge?
• Wurden Fliesen angebohrt? Wie viele Löcher sind ggf. vorhanden?
• Welche Einbauten hat der Vormieter vorgenommen (z.B. Einbauschrank, Küche)? Generell sind Nachmieter nicht verpflichtet, diese zu übernehmen. Möchte man jedoch Einbauten des Vormieters behalten, so sollte man mit diesem ein Übernahme-Protokoll aufsetzen, in dem die betreffenden Teile und der vereinbarte Preis aufgeführt werden.
• Hat man als neuer Mieter alle notwendigen Schlüssel (Haustür, Wohnungstür, Briefkasten, Keller, Dachboden e.t.c.) erhalten?
• Wurden die Zählerstände (Wasser, Strom, Gas) abgelesen und festgehalten?

Übergabeprotokoll zur Absicherung

Zwar besteht keine Pflicht, bei der Wohnungsübergabe ein Übergabeprotokoll anzufertigen – um jedoch später mögliche Unstimmigkeiten zu vermeiden (z.B. wenn man wieder auszieht) sollte man trotzdem darauf bestehen und dieses Protokoll als Anhang zum Mietvertrag aufnehmen. In dem Übergabeprotokoll sollte für jedes Zimmer der Wohnung, aber auch für die Nebenräume und einen eventuellen PKW-Stellplatz einzeln festgehalten werden, ob und wenn ja welche Mängel (auch kleine Makel) festgestellt wurden. Gegebenenfalls empfiehlt es sich, Fotos zu machen und eine Vertrauensperson als Zeugen zur Wohnungsübergabe mitzunehmen. Ist das Protokoll fertig, muss es von allen Beteiligten unterschrieben werden. Sollten nach Unterzeichnung des Mietvertrages und der Wohnungsübergabe neue Mängel auftreten, kann das unter bestimmten Voraussetzungen eine Mietminderung rechtfertigen.
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