Was ist Hypnose?

Die Vorstellungen von Hypnose sind oft weit von der Wirklichkeit entfernt. Hypnose ist einerseits faszinierend, andererseits macht sie vielen Menschen ein wenig Angst. Einige haben das vor Augen, was man aus Shows und Varietés kennt: Menschen in totaler Trance folgen blind den absurden Befehlen des Hypnotiseurs. Die in der modernen Psychotherapie, Medizin und Zahnmedizin eingesetzte Hypnose hat dagegen nicht das Geringste mit solchen Aufführungen zu tun.

Hypnose (gr. hypnos, „Schlaf“) hat als therapeutisches Verfahren eine lange Tradition. Bereits seit Jahrtausenden sind Suggestionen und Trance-Rituale wichtige Bestandteile von Heilungsprozessen: Bereits im Jahre 1500 v.Chr. wurde im alten Ägypten der Tempelschlaf praktiziert, welcher der Heilung und dem Hellsehen dienen sollte. Das antike Griechenland folgte dem Vorbild, und so breitete sich die Hypnose auf ganz Europa aus und überlebte das Mittealter in der so genannten Mönchsmedizin – einer Mischung aus Medizin, Hypnose und Religion.

In der Zeit der Aufklärung erlebte die Hypnose eine Renaissance, der Arzt Franz Anton Mesmer setzte damals „Animalischen Magnetismus“ zur Heilung ein. Ihren Namen gab der Hypnose der englische Augenarzt James Braid, der sie für eine physiologisch bedingte Form des Schlafes hielt und sie deshalb nach dem Gott des Schlafes „Hypnos“ benannte.

Freisetzung unbewusster Potentiale

Der hypnotische Trancezustand wird vom Patienten in der Regel als Tiefenentspannung empfunden. Die äußere Realität tritt für ihn in den Hintergrund, seine Aufmerksamkeit ist nach innen gerichtet. Dabei werden manchmal lebhafte innere Bilder oder Gefühle zugänglich, die als wesentlich intensiver und „realer“ empfunden werden als im Wachzustand. Suggestionen, das heißt Fremdbeeinflussungen, werden in Trance leichter angenommen und können für Heilungsprozesse benutzt werden.

Direkte und indirekte Suggestionen öffnen dabei den Zugang zu verborgenen Fähigkeiten und unbewussten Potentialen. Der Patient erfährt in Trance, dass er über innere Ressourcen verfügt, von denen er vorher nichts wusste.

Hypnose kann eigenständig oder in Kombination mit anderen Verfahren zur Therapie von psychischen, psychosomatischen oder körperlichen Störungen eingesetzt werden. Die psychotherapeutische Anwendung der Hypnose wird als „Hypnotherapie“ bezeichnet.


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