Web im Wandel: Neue Top-Level-Domains und ihre Möglichkeiten

SERVICE (ak/fi) - Die Homepage ist mittlerweile zum absoluten Aushängeschild einer jeden Firma geworden. Die Domain ist dabei häufig das erste, was der Nutzer von einer Seite wahrnimmt. Daher steigt auch die Bedeutung einer guten Domain. Es gibt Domains mit eher gutem und Domains mit eher zweifelhaftem Ruf: Endungen auf .com oder .de stehen für Seriosität und sind mit .cn die weltweit meist registrierten Top-Level-Domains (TLD). Kein Wunder, dass Unternehmen bemüht sind, sich die letzten guten Endungen für ihren Webauftritt zu sichern. Mittlerweile gibt es für Firmen jedoch Alternativen. Denn es können neue TLDs registriert werden. Welche Möglichkeiten bieten diese für Unternehmen und welchen Stellenwert werden sie gegenüber den Länderendungen einnehmen? Ein Einblick.

Klempner bekommen .plumbing-Domain

Für Firmen sind besonders die branchenspezifischen Domains von Interesse: Fahrradläden freuen sich beispielsweise über .bike, Bekleidungsgeschäfte können sich mit .clothing präsentieren und auch Klempner bekommen mit .plumbing eine eigene Domainendung. Die TLDs .app und .shop sind laut einer Übersicht von Spiegel Online ebenfalls sehr beliebt. Eine weitere Möglichkeit für Gesellschaften mit beschränkter Haftung kann auch die GmbH-Domain sein, wie man sie beispielsweise bei 1&1 registrieren kann.

Die neuen Domains haben gegenüber klassischen Länderendungen einen entscheidenden Vorteil: Sie stellen für den Kunden direkt klar, in welcher Branche die jeweilige Firma bzw. Marke tätig ist. Das sorgt für einen schnellen Wiedererkennungswert und macht die Internetadresse in der Regel kürzer und einprägsamer. Gründer bekommen zudem die Möglichkeit, ihre tatsächliche Wunschadresse zu registrieren – denn entsprechende .de- oder .com-Endungen sind in vielen Fällen schon vergeben. Firmen betreten auf der anderen Seite mit der Registrierung dieser Domains aber noch weitgehend Neuland: Wie diese tatsächlich von Kunden angenommen werden, wird sich erst künftig zeigen.

Klassische Länderendungen werden vorerst nicht verdrängt

Wie der Verband der Internetwirtschaft eco berichtete, wird der Anteil der neuen Top-Level-Domains Anbietern zufolge bereits in wenigen Jahren "signifikant sein". Trotzdem werden die nach wie vor gefragten Länderendungen wohl nicht von den neuen TLDs verdrängt werden: Die große Mehrheit der Domainanbieter (81 Prozent) geht davon aus, dass es keinen Rückgang der Registrierung geben wird. Inwiefern die beiden Varianten nebeneinander bestehen bleiben werden, wird sich in den kommenden Jahren zeigen. Zwar wird der Markt für Websites voraussichtlich bis 2019 weiterhin satte Gewinne einfahren und wachsen – allerdings nur noch um etwa 4 Prozent: Laut einer Studie von eco zeichnet sich bereits eine Sättigung ab. Knapp 70 Prozent der deutschen Unternehmen haben inzwischen einen eigenen Webauftritt. Den Großteil der vergebenen Domains machen mit rund 70 Prozent weiterhin Endungen auf .de aus. Wie Lars Riegel, Principle der Unternehmensberatung Arthur D. Little, prognostiziert, werden die neuen TLDs "zu dem moderaten Wachstum dieses Marktsegments beitragen". Einen "Goldrausch" erwartet er vorerst jedoch nicht.


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