Wie enstanden Krankenhäuser?

Mit der Gründung einer großen Krankenanstalt in der Nähe von Caesarea (das heutige Kayseri in Mittelanatolien) begann vor gut 1.600 Jahren die christliche „Hospitalgeschichte“. Ein solches „Hospital“ bestand aus mehreren Abteilungen, in denen Reisende, Arme, Alte und Kranke entsprechend dem christlichen Gebot der Barmherzigkeit und Nächstenliebe Unterkunft und Pflege fanden.

Die Mönchsmedizin begann mit der Klostergründung auf dem Monte Cassino durch Benedikt von Nursia im 6. Jahrhundert. Die Benediktinerregel machte die Krankenpflege für die Mönche zur christlichen Pflicht, was zur Ausbildung einer speziellen Mönchsmedizin führte.

Bereits jahrhundertelange Tradition

Die Ära der Klostermedizin ging im 12. Jahrhundert zu Ende, als das Konzil von Clermont 1130 ein Praxisverbot für Geistliche aussprach. Zahlreiche europäische Klöster überließen daraufhin ihre Spitäler Laienhelfern, aus denen teilweise weltliche Orden hervorgingen. Bereits im 13. Jahrhundert gründeten die Bürger von Lübeck das noch heute bestehende „Heilig-Geist-Hospital“.

Im 18. Jahrhundert kamen die ersten modernen Krankenhäuser auf. So wurde im Jahre 1710 die Charité als Pestkrankenhaus gegründet und 1727 zum „Lazareth und Hospital“ für das kurz zuvor gegründete „Collegium medico-chirurgicum“ umstrukturiert. Mit der Eröffnung des Allgemeinen Krankenhauses in Wien (1784) setzte Kaiser Joseph II. Maßstäbe für Großkrankenhäuser in Mitteleuropa. Die 2.000 Betten fassende Einrichtung war geräumig, bot jedem Kranken ein eigenes Bett (damals keine Selbstverständlichkeit) und sorgte mit der seinerzeit bereits gepriesenen Reinlichkeit für eine deutlich niedrigere Sterberate.


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