Blitz-Ass Waldemar Müller schlägt erneut zu

Waldemar Müller erkämpft sich seinen vierten Sieg in Folge gegen Bernd Jaklin.
Das traditionsgemäß saisoneröffnende Hermann-Möhler-Gedächtnis Turnier des Schachclub Schnaittach war die letzten Jahre von einzelnen Spitzenspielern geprägt, die die oberen Platzierungen im direkten Duell unter sich ausmachten und das restliche Teilnehmerfeld weit hinter sich ließen. Wider Erwarten gestaltete sich der erstmals im Schweizer System ausgetragene 10-Minuten-Blitz in dieser Saison ungewohnt knapp, sodass in der Endtabelle zwischen dem 1. und dem 8. Platz nur ein einziger Punkt lag.

Gleich zu Beginn konnte sich Waldemar Müller mit souveränen Siegen gegen die jeweils punktgleichen Verfolger Thoma, Diaz und Jaklin eine alleinige Tabellenführung erspielen, verpasste anschließend jedoch die Entscheidung, als er in den Paarungen gegen Schwarz, Federsel und Wagner nur noch einen weiteren Punkt sammeln konnte. Norbert Schwarz startete hingegen mit zwei Remisen sowie einer Verlustpartie etwas holprig in den Abend, kämpfte sich aber geduldig wieder in Reichweite des erstens Ranges. Im Schlussdurchgang nahm er gegen Thoma, der mit einem ganzen Punkt ebenfalls noch Chancen auf den Gesamtsieg gehabt hätte, ein Königsgambit an und damit eine scharfe Partie in Kauf. Mit einem Minusbauern im Springerendspiel bot Schwarz ein Remis, doch Thoma wusste um die knappe Tabellensituation und spielte auf Sieg. Bei der Auflösung der Bauernstruktur übersah er allerdings ein Zwischenschach und musste zusehen wie Schwarz die Partie aus dem Nichts drehte und leicht für sich entschied.

Die Turnierordnung des SC Schnaittach sieht für den Blitzmodus Entscheidungspartien vor, um bei Punktgleichheit über die Podiumsplätze zu entscheiden, was in diesem Fall gleich zwei solcher Sudden-Death-Matches bedeutete. Im Spiel um Platz 3 konnte Werner Staar gegen Christian Thoma zwar eine gute Stellung konstruieren und die Rochade seines Gegenübers verhindern, investierte jedoch in seinen Plan zu viel Zeit und verlor trotz vielversprechenden Spiels. Das Finale zwischen Norbert Schwarz und Waldemar Müller nahm einen ähnlichen Verlauf. Schwarz infiltrierte die gegnerische Stellung, doch als der entscheidende Materialgewinn zum Greifen nahe war, musste auch er sich nach Zeit geschlagen geben.

Die Endplatzierung:
1. Waldemar Müller (5 Punkte), 2. Norbert Schwarz (5), 3. Christian Thoma (4,5), 4. Werner Staar (4,5), 5. Hans Federsel, Julio Diaz, Ferdinand Geißler, Horst Wagner (je 4), 9. Bernd Jaklin (3,5), 10. Norbert Gläsel (2), 11. Hans-Peter Herterich (1,5)
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