SC Schnaittach unterliegt dem SV Lauf

Christian Thoma (l.) lehnt Manfred Walters Königsgambit ab. (Foto: Norbert Gläsel)
 
Erich Menzels (l.) Bauernstruktur kann dem Spiel Georg Gutheils nicht standhalten. (Foto: Norbert Gläsel)
Im ersten Spiel der Kreisligasaison 2015/16 hat der Schachclub Schnaittach gegen den Aufsteiger SV Lauf 4 eine 2:4-Niederlage einstecken müssen und damit wichtige Big-Points gegen einen vermeintlichen Konkurrenten im Abstiegskampf gelassen. Da die Mannschaften in der Kreisliga seit dieser Saison nur noch mit sechs anstelle der ursprünglichen acht Spielern antreten, schmerzt jeder verlorene Brettpunkt gleich doppelt, was die Schnaittach bald erfahren mussten, denn nach bereits einer Stunde war die erste Partie vorüber.

Der nachziehende Schnaittacher Norbert Schwarz hatte im angenommenen Königsgambit an Brett 5 versucht, den Mehrbauern mit einem schnellen g5 zu stabilisieren, was an sich schon riskant genug ist. Doch statt sich daraufhin nachhaltig zu entwickeln, strebte er einen schnellen Angriff am Königsflügel an, da das Feld f2 sehr einladend aussah. Mit seinem Läuferopfer hatte sich Schwarz jedoch verkalkuliert und lief nach dessen Konter dem Gegner ins offene Messer.

In der italienischen Eröffnung tauschten Benjamin Heuser und Ferdinand Geißler an Brett 3 früh die Damen ab und arbeiteten sich mit allen 16 Bauern auf dem Spielfeld bis zum 30. Zug durch, bis die Stellung vollkommen verzahnt war, und remisierten folgerichtig.

Auf Brett 4 eröffnete der Schnaittacher Erich Menzel mit einer unorthodoxen Bauernstruktur (b3, c3, d3), die ihm viele Tempi und im 20. Zug letztendlich auch einen Bauern kostete. Diesen freien Mehrbauern schickte der Laufer Georg Gutheil mit dem Turm der langen Rochade im Rücken auf die Reise und konnte ihn im späteren Turmendspiel verwerten, gleichbedeutend mit dem zwischenzeitlichen 0,5:2,5 gegen die Schachfreunde aus Schnaittach.

Am Spitzenbrett parierte der Schnaittacher Christian Thoma mit schwarz im abgelehnten Königsgambit alle Drohungen und tauschte konsequent die starken Leichfiguren seines Gegenübers Manfred Walter ab. Der unter Druck stehende Thoma löste die komplizierte Stellung dann richtig auf und die beiden Spieler teilten mit je einem Turm und drei Bauern auf dem Brett die Punkte .

An Brett 6 erspielte sich Werner Staar mit den weißen Steinen früh die Initiative und richtete diese auf die rochierte Königsstellung der Lauferin Gabi Walter. Mit diesem Druck konnte er durch ein elegantes Doppelschach einen Offizier gewinnen und nach langem Ringen auch die Partie.

In der letzten laufenden Partie, die bis nach Mitternacht dauerte, mühte sich Horst Wagner gegen das hervorragend spielende 12-jährige Talent Lorenz Hofmann, um seinem Team zumindest noch das wichtige Remis zu holen. Auch Wagner wählte das Königsgambit, biss aber an Hofmanns Königsstellung auf Beton. Dieser tauschte daraufhin clever ab und konnte mit einem Zwischenschach im Endspiel sogar noch einen Bauern gewinnen, der ihm zum Sieg reichte.

Mit diesem letzten Punktverlust ging der Mannschaftskampf mit 2:4 an die Gäste aus Lauf, die mit einer halben Jugendmannschaft angetreten waren. Bemerkenswert ist jedoch, dass gerade die drei Jugendspieler die vollen Punkte holten, was keiner der Erwachsenen schaffte.
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