Unerwarteter Punktgewinn für den SCS

Ferdinand Geißler (r.) ebnete mit seinem wichtigen Sieg den Weg zum Punktgewinn des SCS.
Mitten im Abstiegskampf musste der Schachclub Schnaittach am vorletzten Spieltag ausgerechnet den starken Tabellenführer SV Lauf 2 empfangen, gegen den die Marschroute im Vorfeld nur Schadensbegrenzung lauten konnte.

Doch kaum hatte der Mannschaftskampf begonnen, musste die Gastmannschaft den ersten Punkt abgeben. Dr. Stefan Löber war an Brett 5 aufgestellt, erschien jedoch nicht. Dies bescherte Werner Staar einen willkommenen kampflosen Punktgewinn. Nach bereits 15 Zügen remisierten Norbert Schwarz und Dietrich Berner ohne große Anstrengungen am vierten Brett. Die zwischenzeitliche Führung ließ für einen Moment Optimismus aufkommen, der sich jedoch mit Blick auf die restlichen Partien rasch legte, die allesamt nicht gut aussahen.

An den Brettern 1 und 2 saßen Christian Thoma und Horst Wagner die beiden Laufer Spitzenspieler Gerhard Rösl und Andreas Zach gegenüber, deren Wertungszahlen gut 250 Punkte über denen der Schnaittacher lagen. Diese Differenz äußerte sich in fundiertem Theoriewissen und präziser Technik. In einem abgelehnten skandinavischen Gambit ergriff Zach mit den schwarzen Steinen die Initiative, positionierte seine Figuren geschickt und arrangierte diverse Drohungen, die nach knapp 30 Zügen einen Figurengewinn sowie Wagners Aus bedeuteten. Ähnlich überfordert mit der Spielstärke seines Gegners war Thoma an Brett 1. In einer spanischen Partie besetzte Rösl mit Bauern auf e4 und d4 das Zentrum, womit er seinen Gegner stark einengte. Dieser fand weder einen Weg zur Befreiung noch zum Gegenspiel und wartete passiv und ideenlos, während seine marode Verteidigung langsam zerlegt wurde.

Nach diesen beiden entmutigenden Spielen ließ Ferdinand Geißler mit einem Sieg aus dem Nichts die Hoffnungen der Schnaittacher noch einmal auflodern. Am dritten Brett lief der erfahrene Geißler einem Mehrbauern hinterher, den der Laufer noch dazu vor dem rochierten König auf g7 erobert hatte. In einer stabil wirkenden Stellung konzentrierte sich Klaus Weißmüller auf die Vereinfachung, übersah aber dabei eine simple Mattkombination. Diese Gelegenheit nutzte Geißler, um für seine Mannschaft auszugleichen. An Brett 6 hatten Waldemar Müller und Heinz Seifert mit kurzen Rochaden und fianchettierten Läufern eine nahezu symmetrische Stellung erzeugt. Die aktiveren Leichtfiguren des Laufers konnten zwischenzeitlich zwar einen Mehrbauern erwirtschaften, doch konnten dessen zwei Isolanis am Damenflügel Müllers, der präzise reagierte, nichts ausrichten. In der Konsequenz folgte ein Remis.

Der eine Mannschaftspunkt, den sich der SC Schnaittach sichern konnte, war sicherlich ein großer Schritt in Richtung Klassenerhalt. Die endgültige Entscheidung fällt jedoch erst im direkten Duell gegen den Abstiegskonkurrenten SV Lauf 3 in vier Wochen.
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