AOK informiert: Medikationsplan - Risiken vermindern, Wechselwirkungen verhindern

Wer zugleich mehr als drei verordnete Medikamente zu sich nimmt, kann sich jetzt von seinem behandelnden Arzt einen Medikationsplan erstellen lassen.
Wer unterschiedliche Tabletten zu unterschiedlichen Zeiten einnehmen soll, tut sich manchmal schwer, den Überblick zu behalten. Jetzt haben Patienten laut E-Health-Gesetz Anspruch auf einen sogenannten Medikationsplan – sofern sie mindestens drei verordnete Medikamente einnehmen. „Der Plan soll für mehr Sicherheit bei der Arzneimitteltherapie sorgen“, erklärt Friedrich Adelmann von der AOK in Lauf. Patienten entscheiden allerdings selbst, ob sie einen solchen Plan haben möchten. Sie können sich mit ihrem Arzt abstimmen, ob auch die verordnungs-freien Medikamente mit aufgenommen werden.
Nach Schätzungen des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO) können bayernweit über ein Viertel aller AOK-Versicherten von dem Medikationsplan profitieren. Bei den über 75-Jährigen, die im Schnitt fünf verschiedene Wirkstoffe oder Wirkstoffkombinationen einnehmen, sind es sogar mehr als drei Viertel. „Der Medikationsplan bietet eine Übersicht über die verschreibungspflichtigen und frei verkäuflichen Arzneimittel eines Patienten“, informiert Friedrich Adelmann. Außerdem enthält er Angaben zum Wirkstoff, zum Handelsnamen, zur Stärke, Darreichungsform und Dosierung. Der Grund der Einnahme und Hinweise zur Anwendung können ebenfalls ergänzt werden. Der Plan soll Patienten dabei unterstützen, ihre Medikamente richtig einzunehmen. „Das Dokument hilft auch dabei, mögliche Wechselwirkungen zu erkennen und zu vermeiden“, so Adelmann.

In der Regel erstellen Hausärzte den Medikationsplan, aber auch Fachärzte können ihn aushändigen. Zunächst erhalten Patienten das Dokument in Papierform. Voraussichtlich ab 2018 können die Angaben mit Einwilligung des Patienten auf der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) gespeichert werden. „Sobald sich die Me-dikation ändert, sollte der Plan aktualisiert werden“, sagt Adelmann. Dafür ist in erster Linie der Arzt zuständig, der das Dokument ausgestellt hat. Auf Wunsch des Patienten können aber auch Fachärzte, Apotheker sowie Krankenhausärzte den Plan aktualisieren. Um dies zu erleichtern, ist ein sogenannter Barcode auf dem Medikationsplan aufgedruckt. Er enthält die Informationen des Plans in digital lesbarer Form und macht es möglich, dass dieser per Scanner eingelesen und aktualisiert werden kann.



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