Im Landkreis Nürnberger Land gibt es 2015 mehr Krankmeldungen als im Vorjahr

Die aktuelle Auswertung der AOK zum Krankenstand für 2015 zeigt: Im Nürnberger Land sind AOK-versicherte Arbeitnehmer kränker als im bayernweiten Vergleich. Mit 5,2 Prozent liegt der Krankenstand über dem Bayernwert von 4,7 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahr kletterte der Krankenstand um 0,1 Prozentpunkte.

Auffällig ist die Zunahme der Atemwegserkrankungen. 51 Krankmeldungen je 100 erwerbstätige AOK-Mitglieder gab es im vergangenen Jahr im Nürnberger Land wegen dieser Krankheitsart. Im Jahr zuvor waren es 42,6. Experten führen die Steigerung auf die Erkältungswelle im Jahr 2015 zurück. Sie ist vor allem in den ersten drei Monaten aufgetreten. „Geht es um die Dauer der Erkrankung, so verursachen Muskel- und Skeletterkrankungen von allen Krankheitsarten immer noch die meisten Ausfalltage“, so Jürgen Drachsler, Leiter der AOK Region Erlangen-Nürnberger Land. Statistisch gesehen war deswegen 2015 jeder AOK-versicherte Arbeitnehmer aus dem Nürnberger Land 5,8 Tage krank geschrieben. 3,3 Fehltage ergaben sich aus Atemwegserkrankungen, 2,9 Krankheitstage wegen Verletzungen. Insgesamt war im Freistaat durchschnittlich jeder AOK-versicherte Arbeitnehmer 17,1 Kalendertage krank, im Nürnberger Land waren es im Schnitt 19 Kalendertage.

Die Krankenstanddaten der AOK weisen innerhalb Bayerns ein deutliches Nord-Süd-Gefälle auf. Während in Ober- und Unterfranken der Krankenstand mit jeweils 5,3 Prozent am höchsten war, betrug er in Oberbayern lediglich 4,2 Prozent. In Mittelfranken lag er bei 5,0 Prozent. Die Ursachen hierfür: Nordbayerische Unternehmen haben deutlich ältere Belegschaften. Oberbayerische Arbeitgeber dagegen profitieren von einem starken Zuzug jüngerer Arbeitnehmer.

„Um arbeitsbedingte Erkrankungen zu vermeiden, unterstützen wir Unternehmen aus unserer Region beim betrieblichen Gesundheitsmanagement“, so Jürgen Drachsler. Allein in der AOK-Region Erlangen-Nürnberger Land nutzten 85 Unternehmen diesen Service. Bayernweit waren es allein im letzten Jahr mehr als 3.200 Unternehmen. Dabei zählte etwa jedes dritte Unternehmen zum verarbeitenden Gewerbe, jedes sechste Unternehmen gehörte der Gesundheits- und Sozialbranche an. Vom betrieblichen Gesundheitsmanagement profitieren auch kleine und mittelständische Unternehmen. Rund 40 Prozent der Unternehmen mit langfristigen Projekten zur Betrieblichen Gesundheitsförderung (BGF) beschäftigen weniger als 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die AOK Bayern stemmte damit mehr als jedes fünfte BGF-Projekt der gesetzlichen Krankenkassen bezogen auf ganz Deutschland.
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