Ein „Brandmal“ für Bamberg erinnert an Opfer von Hexenverfolgung

(Foto: Stadt Bamberg)
Bamberg. Bodennahe Lichtskulptur erinnert an die Opfer der unrechtmäßigen Hexenprozesse und Hexenverfolgungen.

Die bodennahe Lichtskulptur „Brandmal“, aus Cor-Ten-Stahl und Acrylglas, die von den Essener Künstlern Miriam Giessler und Hubert Sandmann geschaffen wurde – ist enthüllt und erinnert nun als „Hexenmahnmal“ an die Opfer der Verfolgungen im einstigen Hochstift Bamberg. Vor allem zwischen 1612 und 1631 war das Hochstift traurige „Hochburg“ der Hexenverfolgungen. In mehreren Wellen wurden rund 1000 Menschen, Frauen, Männer und auch Kinder, grausam gefoltert und ermordet. An dieses dunkle Kapitel erinnert nun das sogenannte „Brandmal“. Auf einer beigefügten Tafel steht: „Ihr Leid verpflichtet uns zum Aufstehen gegen Ausgrenzung, Machtmissbrauch, Entwürdigung und jede Art von Fanatismus.“ Aufgestellt wurde das Kunstwerk auf der Freifläche zwischen Altem Kanal und Rathaus Geyerswörth. Initiiert und finanziert wurde es vom Bürgerverein Bamberg-Mitte, maßgeblich unterstützt von der Oberfrankenstiftung, dem Erzbistum Bamberg, der Sparkassenstiftung, dem Lions Club Bamberg-Michelsberg und weiteren ungenannten Spendern.

Am Mahnmal befindet sich eine erläuternde Tafel mit Inschrift. Über einen dort angebrachten QR-Code können zudem zwei ergänzende Texte abgerufen werden. Das Mahnmal kam auf Initiative des Bürgervereins Bamberg-Mitte und dank zahlreicher Spendengelder zustande. Eine Jury hatte im Herbst vergangenen Jahres unter rund 180 Teilnehmern den Entwurf des Künstlerpaares aus Essen ausgewählt.

Im 17. Jahrhundert war das Hochstift Bamberg, Schauplatz eines der dunkelsten Kapitel europäischer Geschichte. Schon unter Fürstbischof Johann Gottfried I. von Aschhausen (1575 bis 1622), verstärkt dann aber unter Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs Freiherr von Dornheim (1586 bis 1633) sowie seinem Weihbischof und Generalvikar Friedrich Förner (1570 bis 1630), fand eine der grausamsten "Hexenverfolgungen“ Europas statt. In drei Prozesswellen wurden zwischen 1612 und 1630/31 bis zu 1000 Frauen, Männer und Kinder der Hexerei bezichtigt, grausam gefoltert und ermordet.

Zunächst fanden die Hinrichtungen in Zeil am Main statt. Der Bau des Malefizhauses oder Trudenhauses als Hexengefängnis im Jahr 1627 (heute: Franz-Ludwig-Straße / Promenade, 1635 bereits wieder abgerissen) war ein weiterer trauriger Höhepunkt. Nach dem Tod Friedrich Förners (1630) als einer der zentralen Figuren dieser Zeit und der Besetzung des Hochstifts durch schwedische Truppen im Laufe des 30-jährigen Krieges (1632) fanden diese unrechtmäßigen Verfolgungen ein rasches Ende. Dazu trug vor allem das Eingreifen des Reichshofrats, des obersten kaiserlichen Gerichts in Wien, ebenso bei sowie Initiativen der päpstlichen Kurie.

Quelle: Pressestelle Stadt Bamberg

Beitrag eingestellt von Redaktion Bürgerservice auf mein-mitteilungsblatt.de.
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