Klangwelten laden am 5. Dezember in die Kulturfabrik nach Roth ein

Wann? 05.12.2014 20:00 Uhr

Wo? Kulturfabrik, Stieberstraße 7, 91154 Roth DE
Mit beseelten Liedern der indischen Sufis überzeugt die Gruppe Desert Wind. (Foto: Veranstalter)
 
Diana Rosa wird mit ihren Creole-Klängen im San-Francisco-Style avantgardistische Akzente setzen. (Foto: Veranstalter)
Roth: Kulturfabrik |

ROTH - Durch Wüste, Dschungel und Savanne geht die Reise der diesjährigen Klangwelten am Freitag, den 5. Dezember 2014 um 20 Uhr in der Kulturfabrik im mittelfränkischen Roth. Zusammengestellt, moderiert und arrangiert wird der Klang von vier Kulturen wieder von Rüdiger Oppermann, Mastermind von Deutschlands wegweisendem Weltmusikprojekt und seit Frühjahr 2014 Bundesverdienstkreuzträger.



Die musikalische Weltreise führt von den beseelten Liedern der indischen Sufis am Wüstenrand (Desert Wind) über innig-rhythmische Klänge aus Ostafrika (Ssempeke) bis hin zu Avantgarde-Creole-Klängen im San-Francisco-Style (Diana Rosa). Dazu gibt es Ausflüge ins silbrig schwirrende Harfistan (Rüdiger Oppermann) und einen wuchtig-erdigen Percussionteil von Publikumsliebling Jatinder Takur. Wie immer werden zunächst die Stile in Reinkultur vorstellt, während im zweiten Teil ein Dialog der Kulturen stattfindet. „Der Utopie auf die Beine helfen" – Rüdiger Oppermann hat es geschafft, sein Motto zu realisieren. Seit 28 Jahren arbeitet er mit Klangwelten für den „Dialog der Kulturen", wofür er in diesem Jahr mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Die Weltmusik ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Oder wie Oppermann es ausdrückt: „Nicht wir haben uns angepasst, sondern die Gesellschaft ist uns näher gerückt und hat sich um unsere Mitte geschart."
Beim diesjährigen Klangwelten-Treffen kommen beseelte Lieder und Melodien der indischen Sufis von Amjad Khan, Murti Khan, Ali Khan alias Desert Wind. Die Musikerdynastie Khan stammt aus Rajasthan, dem westlichen Rand Indiens. Sie gehört zur Kaste der Manganjars. Das sind Musiker, die mit ihren Maharadschas vor vierhundert Jahren zum mystisch geprägten Islam (Sufismus) übertraten. Die musikalische Nähe Pakistans ist offensichtlich: Warmherzige Gesänge mit starken Gesten und spirituellem Inhalt treffen auf erdige und mitreißende Instrumentalbegleitung mit Dholak (doppelfellige Folk-Trommel), Sindhi Kemence (ein archaisches Streichinstrument mit drei Melodie- und unzähligen Resonanzsaiten) und Karthal (die Urmutter der Kastagnetten, gerne auch aus Knochen oder Steinen hergestellt).
In der indischen Musik hat der Dialog der Perkussionisten Tradition. Was also liegt näher als den Meister der fliegenden Finger und wuchtigen Bässe Jatiner Thakur mit den indischen Musikern für ein furioses Feuerwerk der Rhythmen zusammenzuführen. Der Klangwelten-Publikumsliebling mit Starpotenzial, aber ohne Starallüren, legt auch in bewährter Weise eine zuverlässige rhythmische Basis im Zusammenspiel mit Ssempeke/Oppermann und Diana Rosa.
Albert Bisaso-Ssempeke ist ein Ziehsohn aus der Hofmusikerfamilie der Buganda-Könige in Uganda. Alle Instrumente, die er spielt, gehören zur Hofmusik und wurden in alten Zeiten nur dort gespielt, insbesondere die Ennanga-Harfe und die Leier. Hinzu kommen Flöten, Amadinda und Gesang. Ssempeke ist ein Multiinstrumentalist per excellence, ausgestattet mit einer magnetischen Stimme und einer starken Bühnenausstrahlung. Er spielte bereits auf der ganzen Welt, ist ein Meister der Tradition, der auch bereit ist, die Grenzen der Musik zu sprengen. Es ist wahrscheinlich, dass er auch im indischen oder im Creole-Teil musikalisch mitmischt.
Ssempeke und die Manginijars verbindet ein ähnliches soziales Schicksal: Sie waren in den Zeiten des Feudalismus hochangesehene Musiker, die in Hofnähe lebten und von ihm finanziert wurden. Nun, mit dem Ende des Feudalismus verloren sie Anstellung und Image und müssen hart arbeiten, um zu überleben. Für sie ist eine Teilnahme bei Klangwelten eine willkommene andere Situation. Das Spielen vor interessiertem Publikum, die Wertschätzung und Verdienstmöglichkeit sind nämlich selten geworden. Sie spielen ansonsten für Autohäuser, Politiker, Getränkekonzerne oder machen den Hintergrundsound für Touristen.
Einmalig und unvergesslich ist Diana Rosa. Sie kann musikalisch das verbinden, was ihr creolischer Hintergrund bietet: Sie hat eine unvergleichliche, schwarze Bluesstimme, die biegsam ist und wie für indische Melodien gemacht scheint, die aber ebenso sinnlich-karibisch klingt. Gepaart mit kalifornischem Intellekt, geprägt von ihrem Vater, einem Alt-Hippie, schwingt sie sich über alle Grenzen hinweg. Zwischen Folk und Elektro, himmelhochjauchzend und klug strukturiert, bedient sie live elektronische Effekte, vervielfacht, manipuliert und harmonisiert ihre Klänge. Rosa war schon früh in der kalifornischen Avantgardeszene aktiv, unter anderem im Chor von Bobby McFerrin.
Karten sind an allen Vorverkaufsstellen, die an eventim angeschlossen sind, erhältlich sowie online unter www.eventim.de und www.kulturfabrik.de und über die Funktion ticket direct auf www.kulturfabrik.de/www.eventim.de (gegen Aufpreis an eventim).

Weitere Infos unter:
www.kulturfabrik.de
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