Senioren Union hatte Dr. Ingo Friedrich zum Josephitag eingeladen

Gruppenfoto nach dem gelungenen Abend (v.l.) Adolf Funk, Adelheid Habiger, Stefan Kosmann, Dr. Ingo Friedrich, Antonia Mitko und Karl Frank. (Foto: © Victor Schlampp)
 
Traditionell gut drauf: Michael Frieser verwies bei seinem Grußwort auf den Wert der Fastenzeit auf die Vorbereitung des christlichen Osterfestes. (Foto: © Victor Schlampp)

SCHWABACH (vs) - Die „Fastenpredigt“, zu der Senioren Union und der CSU-Kreisverband Schwabach jedes Jahr rund um den Josephitag einladen, hat Tradition. Auch am vergangenen Freitag war die Veranstaltung im Casa Fontana wieder sehr gut besucht.

Als Gastredner konnte der Vorsitzende der Senioren-Union Schwabach, Stefan Kosmann, den langjährigen Europaabgeordneten der CSU, Dr. Ingo Friedrich, begrüßen. Zuvor hatte Stefan Kosmann die wichtige Rolle der Senioren im vereinten Europa als zahlenmäßig bald größte Gruppe betont. Außerdem begrüßte Kosmann unter anderem den Ehrenvorsitzenden der Schwabacher Senioren Union, Gernot Schäfer, der diese Vereinigung aufgebaut und über viele Jahre erfolgreich geleitet habe.
In seinem prägnanten Vortrag spannte Ingo Friedrich den Bogen von „500 Jahre Reformation“ zur aktuellen Entwicklung der Europäischen Gemeinschaft. „Wenn mir mein Vater in den 50er Jahren gesagt hätte, dass wir 2017 in einem friedlichen Europa leben werden mit einem Wohlstand, den meine Eltern nach dem Krieg nicht mehr zu hoffen wagten, da hätte ich zu ihm gesagt: Hier ist die Klapsmühle, hier geht es rein“. So wie sich das geschwisterliche Miteinander der christlichen Konfessionen nach jahrhunderte langem Streit und blutigen Glaubenskriegen bis heute positiv entwickelt habe, so habe er auch die Hoffnung für die Europäische Gemeinschaft. Trotz vieler Probleme und Misserfolge dürfe man auch die vielen Errungenschaften nicht übersehen. In einer Zeit, wo die Welt immer mehr zusammenrücke, brauche man starke Länderpartnerschaften im Kampf gegen die grenzüberschreitende Kriminalität und als gemeinsam handelnde Wirtschaftzone. Wichtig sei es, der EU-Gesetzgebung weiterhin Zügel anzulegen. Immerhin sei die Zahl der europaweit gültigen neuen Gesetze in den letzten Jahren signifikant zurückgegangen.

Deutliche Worte

Bei zwei politischen Entwicklungen, so Friedrich, müsse die EU jedoch Flagge zeigen und dürfe keine Kompromisse eingeben: Die Allmachtsphantasien des türkischen Ministerpräsidenten Erdogan führten deutlich vor Augen, dass die Türkei nichts in der EU verloren habe. Wenn es um die Flüchtlingsfrage gehe, müsse die EU im Interesse ihrer Bürgerinnen und Bürger die Grenzen dicht machen. Eine unkontrollierte Zuwanderung lehnt Dr. Friedrich kategorisch ab. Jeder einzelne Asylantrag müsse auf die Rechtmäßigkeit überprüft und abgelehnte Ausländer in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden.

Kleiner Lapsus

Diskussionen an den Tischen - Fragen nach dem Vortrag von Dr. Friedrich waren schon aufgrund der musikalischen Umrahmung nicht möglich und auch nicht im Sinne des gemütlichen Festes - zeigten, dass nicht jeder Dr. Ingo Friedrich folgen konnte, als er gegen die Null-Zins-Politik der Europäischen Zentralbank den Senioren die Empfehlung gab, in Aktien zu investieren. Wer dieses Segment kennt, weiß, dass hier lange Haltefristen notwendig sind, um auch Kurseinbrüche ausgleichen zu können.

Das „C“ bleibt

Gerade in Zeiten, wo immer mehr CSU-Politiker in der Öffentlichkeit nicht mehr zu ihrem Glauben stehen, setzten der CSU-Bundestagsabgeordnete Michal Frieser bei seinem Grußwort und Dr. Ingo Friedrich eindeutige Akzente: Für beide Politiker ist die Fastenzeit ein Innehalten und die Vorbereitung auf das Osterfest. „Bereiten Sie sich auf das Kommen des Herrn vor“, ermunterte Frieser die Anwesenden.

Gelungener Abend

Unter der Moderation von Adolf Funk (Senioren Union Schwabach) sorgte der Musikzug des TV 1848 unter Leitung von Adelheid Habiger für ausgelassene Stimmung. Weitere Höhepunkte waren die Liedbeiträge des Alpenchors Schwabach zusammen mit der Quartettvereinigung Schwabach. Die Gesamtleitung hatte Karl Frank inne und Klavier begleitete seine Schülerin Antonia Mitko einige der Stücke.
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