Das Jahr 1993: Beginn der großen Katastrophe ? - Dr. Thomas Goppel mahnt beim Josephitag der CSU Schwabach

Trotz nachdenklicher Worte gab es auch viel zum Lachen. Über den gelungenen Abend freuen sich (v.l.) Adolf Funk, Karl Freller, Dr. Thomas Goppel und Stefan Kosmann. (Foto: Victor Schlampp)
 
Stefan Kosmann begrüßt Dr. Thomas Goppel (l.) beim Einzug in den Saal. (Foto: Victor Schlampp)

SCHWABACH (vs) - Wenn die Seniorenunion Schwabach zusammen mit der CSU Schwabach zum Josephitag ins Casa Fontana einlädt, ist der Saal rappelvoll. In diesem Jahr konnten der Vorsitzende der Seniorenunion Schwabach, Stefan Kosmann, und der Vorsitzende des CSU-Kreisverbandes Schwabach, Karl Freller, den Landesvorsitzenden der Senioren-Union Bayern, Dr. Thomas Goppel begrüßen.

Wer den früheren Staatsminister kennt, weiß, dass er ein Meister ist, wenn es darum geht, spontan und ohne Redemanuskript wichtige Themen unterhaltsam zu präsentieren. So erinnerte Dr. Goppel daran, dass die Mütter und Väter des Grundgesetzes nach dem Gewaltregime des sogenannten Dritten Reiches die Verantwortung vor Gott ganz bewusst ins Grundgesetz aufgenommen hätten. An die christliche Tradition Deutschlands zu erinnern, sei der Josephitag eine gute Gelegenheit. Bayern habe in den letzten Jahrzehnten überzeugend gezeigt, dass man auf dieser Grundlage eine wirtschaftlich stabile, lebenswerte und tolerante Gesellschaft schaffen könne. Ohne die Aufbauarbeit nach dem Krieg, an der auch über 1,5 Millionen Sudetendeutsche beteiligt gewesen waren, wäre dies in so kurzer Zeit nicht möglich gewesen.

1993: Der Mensch tritt in den Hintergrund

Ganz und gar nicht glücklich ist Thomas Goppel mit aktuellen Entwicklungen in den Medien und in der Familienpolitik. Wenn er das Jahr 1993 als Katastrophe bezeichnet, also jenes Jahr, in dem das Internet für die Allgemeinheit verfügbar geworden sei, dann geht es dem Politiker nicht um die Verteufelung der neuen Medien, sondern um das Verarmen zwischenmenschlicher Kontakte. Demonstrativ gibt er dem stellvertretenden Vorsitzenden der Jungen Union, Philipp Fleischmann, der auf seinem Smartphone Daten abruft, die Hand und erklärt: „Das ist Kommunikation. Wir müssen einander wieder anfassen, wir müssen lernen, dass Menschen wichtiger sind, als Apparate“.
In der Familienpolitik habe er Verständnis dafür, dass immer öfters beide Elternteile dazu gezwungen seien, einen Beruf auszuüben. Trotzdem halte er das Konzept der Ganztagesschulen, des auch von Teilen der Union mitgetragen werde, für einen Irrweg: Da würden die Kinder im schlimmsten Fall in der Früh aus dem Haus gebracht, den ganzen Tag durch Schule, Hausaufgaben und Betreuung fremdbestimmt und dann bleiben nach dem Abholen am Abend vielleicht nur noch wenige Momente für das Zubettbringen. Hier bleibe nur noch wenig Zeit zur Begegnung mit den Eltern und die Erfahrung von Geborgenheit. Selbst in seinem Umfeld, so Thomas Goppel, habe er schon miterlebt, dass Kinder mit dem Begriff Eheglück nichts mehr verbinden könnten.

So schön kann das Leben sein

Wie Leben abseits der virtuellen Welt gelingen kann, stellte der Abend unter der bewährten Moderation durch Adolf Funk eindrucksvoll unter Beweis: Der Musikzug des TV 1848 unter Leitung von Adelheid Habiger schmetterte Märsche und Evergreens in den Raum und die Quartettvereinigung Schwabach-Limbach rührte zusammen mit dem Alpenvereinschor Schwabach unter Leitung von Karl Franz (mit Gabriele Pietsch am Klavier und Gerhard Ammon am Akkordeon) die Herzen der Gäste mit ihrem vielstimmig vorgetragenen Heimat- und Volksliedern. Höhepunkt waren mit Sicherheit die akrobatischen Einlagen der jungen Tänzerinnen des DJK Schwabach. Die mehrfache und amtierende Deutsche Meisterin im karnevalistischen Tanz, Liana Wolf, bekam zusammen mit ihren Kolleginnen langanhaltenden Applaus. Viel Lob gab es auch für Trainer Florian Zink.
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