„Frauen – befasst Euch mit Geld und Eurer Absicherung“

Die ehemalige Bundesfamilienministerin Renate Schmidt zu Gast beim internationalen Frauencafé Schwabach
Schwabach: AWO- Begegnunsstätte | …mit diesem Appell schloss die ehemalige Familienministerin Renate Schmidt beim internationalen Frauencafé Schwabach eine nachdenkliche, launige und autobiographisch gefärbte Lesung. Anschließend diskutierte sie mit den Zuhörenden.
"Lieber jetzt unromantisch als später arm!" …war das Leitmotiv der Lesung aus dem Buch "Ein Mann ist keine Altersvorsorge! Warum finanzielle Unabhängigkeit für Frauen so wichtig ist". Renate Schmidt gab Antworten auf die Fragen: Warum arbeiten so viele Frauen im Minijob? Warum haben Frauen so wenig Rente? Warum sind sie so oft finanziell abhängig von ihrem Partner? Sie warf auch die Frage auf: „Warum haben so viele Frauen kein eigenes Konto?“
Sie warb dafür, dass „Frau“ nicht immer nur jammert, sondern die Arbeitsteilung von Kindern und Haushalt aktiv mit dem Partner gestaltet. Bügeln, Kochen, Putzen und auch der Umgang mit dem Nachwuchs sehen anders aus, wenn der andere sie übernimmt; aber das muss „Frau“ zulassen, sonst wird sie bald mit allem wieder alleine dastehen.
Auf die Frage, wie sie – die doch ganz traditionell erzogen wurde – dazu kam, ihre Rolle anders zu definieren, erzählte vom Staubsaugen in ihrer ersten kleine Wohnung. Ihr Mann saß im Sessel und hob die Beine hoch, damit sie darunter saugen konnte. Da habe es bei ihr „der Groschen gefallen“ und nach lautstarken Diskussionen und zerbrochenem Glas einigten sich beide so nach und nach auf ein partnerschaftliches Miteinander, was Haushalt und Kindererziehung anging.
Anschließend wurde darüber diskutiert, was sich in Deutschland ändern muss. Nicht nur Gesellschaft, Unternehmen, Politik müssten umdenken, sondern auch Frauen: "Wir Frauen müssen aufhören so unendlich bescheiden zu sein!", so Renate Schmidt. Sie mahnte von der Politik einen Ersatz für das Ehegattensplitting und die Neugestaltung der Familien- und Pflegemitversicherung an und riet ganz dazu, die Erziehungspausen sehr kurz zu halten und danach partnerschaftlich zeitreduziert zu arbeiten, um die Alterssicherung gleichmäßig aufzubauen. Oder wenigstens für denjenigen, der längere Zeit zuhause bleibt, für eine private Alterssicherung zu sorgen, die durch das geltende Ehegattensplitting durchaus finanzierbar sei.

Doris Bohle
Internationales Frauencafé Schwabach
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