Großer Andrang: Teresa Zukic gab in Rednitzhembach wertvolle Tipps zum Umgang mit menschlichen Stachelschweinen

Teresa Zukic demonstriert: Wenn mich jemand kränkt, will er mein Herz treffen. Jetzt liegt es an mir, ob ich die Verwundung zulasse oder weglächle. (Foto: Victor Schlampp)
 
Pfarrer Tobias Scholz überreicht Schwester Theresa Zukic drei weiße Rosen, die erklärten Lieblingsblumen der erfolgreichen Ordensfrau. (Foto: Victor Schlampp)

REDNITZHEMBACH (vs) - Am vergangenen Dienstagabend war der Gemeindesaal der katholischen Pfarrei Hl. Kreuz nicht nur bis zum letzten Platz gefüllt. Auch die Türen zum Foyer mussten geöffnet werden, um allen Gästen einen Platz zu bieten. Kein Wunder, konnte doch auf Einladung der Katholischen Erwachsenen Bildung der Pfarrei Rednitzhembach Teresa Zukic als Referentin gewonnen werden.

Der Lebensweg dieser Ordensfrau ist ebenso spannend wie mutmachend: 1964 in Kroatien geboren wuchs sie Weinheim an der Bergstraße auf. Atheistisch erzogen und erfolgreich im Leistungssport kam der 19-Jährigen durch Zufall eine Bibel in die Hand. Die Stelle mit der Bergpredigt traf sie so ins Herz, dass sie Jesus als ihren Herrn und Heiland erkannte. Heute ist Teresa Zukic Ordensschwester. Sie hat die „Kleine Kommunität der Geschwister Jesu gegründet“, komponiert Musicals, schreibt Bücher und begeistert mit ihren Vorträgen jedes Jahr Zehntausende.
Ihr Thema in Rednitzhembach lautete „Jeder ist normal, bis Du ihn kennst“. Kernpunkt war die Frage, wie gehe ich mit schwierigen Menschen im Sinne Jesu Christi um. Zwei Kategorien, die „Jammerer“ und die „Schmoller“ seien besonders schwierige Vertreter der Spezies Mensch. Teresa Zukic gab den Rat, erst gar nicht zu versuchen, diese zu ändern. Vielmehr könne man lernen, sich selbst nicht mehr von anderen kränken zu lassen. Das beginne damit, sein Selbstwertgefühl zu steigern. Wenn der Gegenüber schlechte Laune habe, könne man etwa versuchen, ihn mit einem Lächeln - bei besonders hartnäckigen Fällen darf es auch ein breites Grinsen sein - zu entwaffnen. Auch eine ironische Bemerkung sei in Ordnung. Wenn der Gegenüber allerdings anfange zu schreien, sollte man am besten den Raum verlassen. Schreien sei Körperverletzung und niemand habe das Recht dazu. Nach dem Wutanfall sollte man dann sachlich klarstellen, dass man diese Art der Auseinandersetzung nicht toleriere. Insgesamt sei der Mensch auf Gemeinschaft angelegt. Bei schwierigen Zeitgenossen könne man sich das Beispiel der Stachelschweine zum Vorbild nehmen. Bei der Paarung führen sie auf die Hinterbeine gestellt, einen Tanz auf, da nur die Berührung mit den Vorderpfoten eine schmerzlose Begegnung zulasse. Wichtig, und da müsse jeder Mensch an sich selber arbeiten, sei es, Frieden zu schließen mit Versagen und Verletzungen in der Vergangenheit. Die Forschung habe herausgefunden, dass das Hirn zwischen einer aktuell erlebten Kränkung und einer vergangenen keinen Unterschied mache. Die Erinnerung daran verursache den gleichen Schmerz. Wenn es zwischenmenschliche Probleme gebe, sollte man diese schnell und unter vier Augen ansprechen mit dem Willen zur Versöhnung.
Vorbild für den Umgang mit „menschlichen Stachelschweinen“ - und hier müsse sich auch jeder selbst fragen, für wen er ein Stachelschwein sei - ist für Teresa Zukic Jesus Christus, der am Kreuz für seine Peiniger gebetet hatte. Er hätte ja auch sagen können: „Es war leider umsonst Vater, sollen sie doch alle in die Hölle kommen“.
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