Werbung für eine offene Gesellschaft

Auch in diesem Jahr konnte Marcel Schneider wieder viele hochrangige Gäste begrüßen. (Foto: © Victor Schlampp)
 
Marcel Schneider überreicht Ingrid Hofmann einen Blumenstrauß als Dankeschön für ihren lebendigen Vortrag. (Foto: © Victor Schlampp)

Rednitzhembach (vs) - „Miteinander statt Gegeneinander“: Auf diesen gemeinsamen Nenner kann man den diesjährigen Neujahrsempfang des Gewerbevereins Rednitzhembach (GVR) bringen.

Der 1. Vorsitzende Marcel Schneider gab einen Rückblick auf das vergangene Jahr und einen Ausblick auf 2016. Natürlich durfte das erfolgreiche Weinfest mit über 10.000 Gästen nicht fehlen. Erster Höhepunkt in diesem Jahr soll die Messe „XUND“ am 20. März sein. Zahlreiche Aussteller werden dabei Produkte und Dienstleistungen rund um Gesundheit, Schönheit und Wellness präsentieren. Für ihn selbst, so Schneider, sei es die letzte Amtszeit. Nach zweimaliger Wiederwahl werde er laut Satzung im Frühjahr 2017 nicht mehr als GVR-Kandidat für den Vorstand zur Verfügung stehen.
Rednitzhembachs Erster Bürgermeister Jürgen Spahl verwies auf die stetig zunehmende Zahl an sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen in der Gemeinde. 2016 sei eine Ansiedelung weiterer Gewerbebetriebe geplant. SPD-MdB Martin Burkert versicherte, dass im Rahmen der aktuellen Zuwanderungswelle von Asylbewerbern die Polizeipräsenz in Deutschland massiv aufgestockt werde und zusätzliche Stellen geschaffen werden. Burkert erinnerte - ohne die aktuelle Problematik schönreden zu wollen - aber auch daran, dass es im Jahren 1991 und 1992 weit mehr Zuwanderungen gegeben habe, ohne dass dies damals in der Bevölkerung zu solchen Unruhen wie in den letzten Monaten geführt hätte.
Marcel Schneider appellierte, eine offene Gesellschaft zu schaffen, in der verfolgte Menschen eine neue Heimat finden könnten und niemand aufgrund seiner politischen, religiösen oder sexuellen Orientierung ausgegrenzt werde. Auch aus wirtschaftlicher Sicht sei Zuwanderung notwendig. Alleine 2015 seien in Bayern über 10.000 Ausbildungsstellen unbesetzt geblieben.
Argumentativen Beistand erhielt Marcel Schneider auch von der Gastreferentin Ingrid Hofmann. Die Chefin von „Personal Hofmann“ mit über 90 Niederlassungen unter anderem in Deutschland und den USA sowie mehr als 22.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ging in ihrem Referat der Frage nach, ob durch den gesetzlich festgelegten Mindestlohn den befürchteten Stellenabbau gegeben habe. Ingrid Hofmann, die sich lange vor der Einführung bereits dafür ausgesprochen hatte, meinte, dass es dazu keine konkreten Zahlen gebe. Wichtig sei viel mehr, die Beschäftigten zu qualifizieren, um sie für besser entlohnte Arbeiten einsetzen zu können. Die oftmals in den Medien geäußerte Kritik an der Zeitarbeit könne sie nicht nachvollziehen. Ihre Branche sei ein Dienstleister wie jeder andere. Die an andere Firmen entliehenen Männer und Frauen seien bei der Zeitarbeitsfirma angestellt mit allen Rechten und Pflichten, die ein jeder andere Arbeitnehmer auch habe. Dass die Zeitarbeitsfirmen reguläre Beschäftigungsverhältnisse in anderen Unternehmen verhindern würden, halte sie, so Ingrid Hofmann, für ein Gerücht: Gerade einmal zwei Prozent aller in Deutschland Beschäftigten arbeiten für eine Zeitarbeitsfirma.
Traditionell werden am Ende eines jeden Neujahrsempfangs Spenden für einen guten Zweck gesammelt. In diesem Jahr stellten Georg Küttinger und Anne Thümmler den „Förderverein zur Unterstützung des Bürgerschaftlichen Engagements im Landkreis Roth“ (FUBE) vor. Hier erhalten Helferinnen und Helfer, die keinen Träger haben und auch keinem Verband oder Verein angehören, auf Wunsch eine kostenlose Mitgliedschaft. Sie sind damit unter anderem im Unfall- oder Schadensfall abgesichert, der in der Ausübung ihres ehrenamtlichen Engagements auftreten kann.

Nette Anektode

Ingrid Hofmann überzeugte nicht nur mit Wissen und einem lebendigen Vortrag, sondern auch mit einem feinen Sinn für Humor. So entschuldigte sie sich zu Beginn für ihre Frisur. Eine Seite sei länger geworden als die andere. Sie habe den Schnitt im Urlaub bei einem Schweizer-Promifriseur machen lassen und erst später erfahren, dass dieser auch der Urlaubsfriseur von Bundeskanzlerin Angela Merkel sei.
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