Science Slam auf der Mainfranken Messe Mit Bandwurmsätzen zum Erfolg

Witzige Wissenschaft: Prof. Dr. Klaus Brehm und sein Bandwurm. (Foto: Georg Wagenbrenner)
 
Wurm, Satz, Sieg: Prof. Dr. Klaus Brehm holt sich seinen Applaus beim Science Slam ab. (Foto: Georg Wagenbrenner)

WÜRZBURG - Mit einem großen Auftritt sicherte sich ein Würzburger Mikrobiologe den Sieg beim ersten Science Slam auf der Mainfranken Messe. Prof. Dr. Klaus Brehm überzeugte das Publikum ausgerechnet mit Bandwurm-Sätzen von seinen rhetorischen Fähigkeiten.

Gemeint ist damit natürlich nicht eine Vortragsweise, die zwischen zwei Punkten möglichst viele Nebensätze und Einschübe unterbringt, welche in Sachen Konzentrationsfähigkeit auch von einem aufmerksamen Publikum - die 500 Gäste in der ausverkauften Halle 1 hatten zu diesem Zeitpunkt des Science Slams bereits pointierte Beiträge über das menschliche Genom, Rückenschmerzen und geplante Obsoleszenz mit viel Applaus bedacht - alles abverlangt, will es nicht den Faden verlieren, was bei komplexen Themen auch bei guten Visualisierungen - konzentriert auf wenige Folien - die das Gesagte noch einmal unterstreichen, schon einmal passieren kann. Nein, Prof. Brehm sprach einfach über den Parasiten, der auch im menschlichen Körper vorkommen kann. Ein Thema, das ihn seit Jahren „wurmt“. Der Wissenschaftler scheute auch keine Kalauer und Tabus über das Sexleben des Darmbewohners. Diese Mischung brachte den lautesten Applaus und somit den Sieg und einen Flachbildfernseher.

Die Kooperationsveranstaltung der Stadt mit den Hochschulen und dem Alumni-Netzwerk der Universität präsentierte auf der FHWS-Bühne in Halle 1 selbstbewusste Wissenschaftler, die bereit waren ihre Spezialgebiete populär aufzubereiten. Acht Vorträge, acht ganz unterschiedliche Stile, jeweils nur sieben Minuten Zeit. Johannes Keppner von Radio Gong übernahm die Moderation des Abends und er war der einzige Redner, der bei Zeitüberziehung nicht angeknurrt oder angebellt wurde. Der vom Publikum bestimmte offizielle Zeitnehmer musste tierische Qualitäten mitbringen: auch dies sicher ein kleiner Unterschied zu Vorlesungen im Uni-Alltag.

Im Hörsaal dürfte auch eher selten die klingonische Sprache (Gunther Schunk) oder die Anleitung für Roboter zur Weltherrschaft (Doris Aschenbrenner) Thema sein. Prof. Peter Pospiech hatte seine Einführung in das Thema Keramik als Zahnersatz komplett in Reimform ausgearbeitet. Für den Sportwissenschaftler Stefan Peters, den Ökonom Prof. Bernd Ankenbrand und den Biologen Dr. Konrad Förstner wäre eine solch kontrollierte Vortragsweise sicher undenkbar. Sie nutzten die ganze Breite der Bühne und waren auch in ihren Gesten raumgreifend. Für den Kabarettisten Andy Sauerwein ist die Bühne ohnehin der gewohnte Arbeitsplatz, er wäre vielleicht in einem leeren Hörsaal nervös geworden. Sein Timing war perfekt, andere mussten beim Kampf gegen die Uhr zum Schluss noch einmal richtig Gas geben.

Das Publikum bedankte sich am Ende bei den Slamern mehrfach mit Werten von über 100 dB auf dem Applausometer für geballte Informationen, nutzloses Wissen und witzige Formulierungen. Wussten Sie zum Beispiel, dass sie einen Bandwurm in bis zu 150 Teile zersägen können und diese dann alle eine Überlebenschance haben? Brehms Kommentar hierzu: „Probieren Sie das mal mit ihrem Rauhhaardackel zu Hause.“

Quelle: Stadt Würzburg
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