Bürgersonnenkraftwerk eröffnet: Nun wird in der Aumühle Sonne geerntet

Stromzähler: Die wichtigsten Daten auf einem Blick (Foto: Georg Wagenbrenner)
 
Startschuss in der Aumühle: Oberbürgermeister Christian Schuchardt, Karl-Heinz Konrad von Sonneninitiative e.V. und Umweltreferent Wolfgang Kleiner (Foto: Georg Wagenbrenner)

WÜRZBURG - „Die Umsetzung klappte in Würzburg in kürzester Zeit“, lobte Karl-Heinz Konrad vom Marburger Verein Sonneninitiative die Kooperation zwischen dem Verein, der sich zur Aufgabe gemacht hat private Sonnenkraftwerke zu fördern, und der Stadt Würzburg.

Im Mai fand bei den Stadtreinigern eine erste Bürger-Informationsveranstaltung statt, wenige Monate später wird bereits Strom von zwei großen Dächern auf dem Werkgelände der Stadtreiniger „geerntet“. 920 Quadratmeter groß ist die Fläche der Module, die Himmelsausrichtung ist optimal, nicht jeder, der von regenerativer Energiegewinnung überzeugt ist, hat privat diese baulichen Voraussetzungen.

Nun teilt sich eine kleine Investorengemeinschaft diese günstigen Rahmenbedingungen. Umweltreferent Wolfgang Kleiner sieht das Projekt als beispielgebend. Windkraftanlagen seien in Stadtgebieten nur schwer zu verantworten, so bleibe insbesondere die Sonnenenergie, um die ambitionierten Klimaziele nach und nach zu erreichen: „Wir werden weiterhin nach geeigneten Flächen suchen. Privatleute können zudem bei uns quadratmeterscharfe Auskünfte aus dem Solaratlas erhalten und somit besser bewerten, ob sich das eigene Hausdach für ein entsprechendes Investment eignet.“

Oberbürgermeister Christian Schuchardt freute sich bei der Eröffnung der „Photovoltaikanlage in Bürgerhand“ über das gefundene Modell: „Das ist aktiver Klimaschutz und außerdem eine Kooperation, die über eine Laufzeit von bis zu 30 Jahren für alle Beteiligten profitabel ist.“ Die Stadtreiniger verlangen eine moderate Pacht für die Dachflächen, die dem Gebührenhaushalt zu Gute kommt, die privaten Investoren können wiederum online oder auf dem großen Display im Betriebshof täglich ablesen, wie viel Strom bereits eingespeist und vergütet wurde.

Langfristig könnten nach Ablauf der Förderung auch die Stadtreiniger als direkter Stromabnehmer in Frage kommen. Auf den Dächern der Stadtreiniger liegen 560 moderne Hochleistungsmodule, die zusammen bis zu 140 Kilowatt Sonnenstrom erzeugen können. Damit können jährlich einhundert Tonnen Kohlendioxid eingespart werden. Der Strom entspricht dem privaten Verbrauch von 45 Haushalten. 18 Bürgerinnen und Bürgern aus Würzburg und der nächsten Umgebung gehört das Bürgersonnenkraftwerk, das für rund 180.000 € errichtet wurde. Sie freuen sich ab sofort über die sonnigen Erträge, die je nach Anteilen unterschiedlich hoch ausfallen.

Schon entwickeln die Beteiligten Ideen für weitere Bürgersonnenkraftwerke in Würzburg. Wer auf dem Laufenden bleiben will oder Ideen für neue Bürgersonnenkraftwerke hat, kann sich unter www.sonneninitiative.de informieren oder sich direkt beim Regionalvertreter des Vereins, Karl-Heinz Konrad (0171/52 49 566), melden. Auf Seiten der Stadt koordinierte dieses Projekt der Fachbereich Umwelt- und Klimaschutz. Das 2012 verabschiedete Integrierte Klimaschutzkonzept setzt auf ein Bündel von Maßnahmen, die zwar von der Stadt angestoßen werden können, letztlich aber immer auf Mitstreiter in der Bevölkerung oder Wirtschaft angewiesen sind.

Quelle: Stadt Würzburg
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