Bibertstädtler Leichtathleten mischen oben mit

Miriam Backer (Mitte) freut sich auf ihre ersten Deutschen Meisterschaften in Bochum-Wattenscheid (Foto: Marcus Grun)

ERDING (mg) - Der Start in das Wettkampfwochenende in Erding war durchaus turbulent. Der Schock, durch Schwierigkeiten und deutlichen Verspätungen bei der Anreise, musste auf der Bahn erst einmal abgelegt werden. Die Organisatoren haben wieder tolle Bayerische Meisterschaften auf die Beine gestellt, nahezu alles verlief wie am Schnürchen.
Den Auftakt lieferten Annemarie Hummel und Miriam Backer. Während es für Annemarie die ersten "Bayerischen" waren, musste Miriam nur mit dem Trauma "blaue Bahn" zurechtkommen. Hummel blieb nur drei Hundertstel über ihrer Bestleistung und ihrer Qualifikation für die Meisterschaften.

Zirndorfer Rekorde aufgewühlt

Miriam spurtete mit 12,57 sec und neuer Bestleistung in den Zwischenlauf. Im Zwischenlauf setzten die Läuferinnen zwar keine zeitlichen Highlights, aber hier geht es einzig und allein um's weiterkommen. Im Finale zündete Backer den Turbo und erlief sich in herausragenden 12,44 sec den 5. Platz. Der Sieg ging in 12,15 sec an Nina Bauch (LG Ausgsburg) vor Marina Scherzl (12,23 sec, LG Kreis Dachau) und Felicia Vasquez-Wacker (12,24 sec, LAC Quelle Fürth). Damit stellt Miriam Backer den Hausrekord aus dem Jahre 1982 von Christine Maisch mit 12,88 sec deutlich ein.

Das zweite Ausrufezeichen konnte am Samstag Marcus Grun setzen. Nachdem auch er keine guten Erfahrungen mit blauen Bahnen hat, musste er sich im Vorlauf erst einfinden. Der Start war nicht optimal, dennoch war es mit 11,12 sec eine neue Bestzeit. Am Ende zu ungerecht um den Zwischenlauf gezittert. Hier konnte er seine Fehler aus dem Vorlauf ausmerzen und pulverisierte seine Bestleistung auf 11,03 sec. Für das stark besetzte Finale fehlten im acht Hundertstel. Der Sieg ging an Weitspringer und Trainingskamerad von Tina Pröger Maximilian Entholzner (1. FC Passau). Er stellte mit 10,65 sec die komplette Bayerische Sprintelite auf den Kopf. So musste sich Tobias Schneider (LG Stadtwerke München) und der Deutsche Jugendhallenmeister 2014 Lucien Aubry (LG Erlangen) mit den Plätzen zwei und drei zufrieden geben. "Wie soll man sich schon nach so einem Lauf fühlen, ich bin nur noch eine Sekunde vom Deutschen Rekord entfernt." scherzte Marcus Grun nach seinem fulminanten Lauf. (Anm. d. Red. Julian Reus 10,03 sec, in Zeulenroda)
Vor ihm liegen in der hauseigenen Bestenliste nur noch die handgestoppten Zeiten von Werner Wigner, Peter Kellner (beide 10,6 sec) und Ulli Schmidt (10,7 sec) aus den Jahren `47 und 1984.

Höhen und Tiefen, das ist Sport

Den einzigen Wehmutstropfen musste das Staffel-Quartett trocknen. Eine ganze Saison darum gekämpft, die Norm abzuhaken, am Ende knapp aber um eine Hundertstel unterboten und dann den Stab nicht ins Ziel gebracht. Als die Vier, Zoé Brock – Annemarie Hummel - Selina Thiel – Miriam Backer, bereit standen lief das Unglück seinen Lauf. Am Ende standen Selina und Miriam immer noch an ihrem Platz, denn der Wechsel von Brock auf Hummel ist gescheitert.
Bayerische Meisterschaften sind nicht Zoé Brock's Ding. Bereits im letzten Jahr setze sie bei den Mittelfränkischen Meisterschaften mit dem Titel ein Zeichen. Bei der darauffolgenden weiß-blauen Veranstaltung konnte sie diese Leistung nicht erneut abrufen. Déjà-vu 2016! In Herzogenaurach mit 12,41 m absolute Bestweite gestoßen sollte es nun wieder anders kommen. Mit 11,67 m fehlten ihr am Ende vier Zentimeter für den Endkampf.

Deutsche Meisterschaften im Visier

Nachdem Tina Pröger bereits am Tag vorher noch im Saarländischen St. Wendel mit 5,93 m Süddeutsche Vizemeisterin wurde, ging es nun für sie in Erding um die Bayerische Krone der Weitspringerinnen. Am Ende merkte man, dass ihr die Spritzigkeit einfach fehlte. Zu weit waren die Distanzen an diesem Wochenende für sie, umso erfreulicher, dass auch dieses Jahr der Bayerische Titel nicht an Pröger vorbeiging und sie ihn im Gepäck mit nach Hause nehmen konnte. Ihre Weite von 5,76 m liegt deutlich unter ihren Ansprüchen. Jetzt heißt es regenerieren, Kräfte sammeln und am Wochenende bei den Deutschen Meisterschaften U23 in Bochum-Wattenscheid erneut angreifen. Dort hat sie beim Weit- und Dreisprung durchaus Chancen auf das Finale.

Analog zum Vortag spulte Backer ihre beiden Läufe über die halbe Stadionrunde herunter. Mit einer zweiten neuen Bestzeit konnte sie Erding verlassen. Am Ende standen 25,40 sec zu Buche und der undankbare 4. Platz. "Am Ende blicke ich zufrieden auf die Meisterschaften zurück und bin froh, dass ich aufgrund meiner leichten Leistenzerrung überhaupt an den Start gehen konnte. Dass dabei noch zwei Bestleistungen herausspringen hätte ich nicht gedacht. Nun blicke ich nach vorne und freue mich auf die Deutschen Meisterschaften in zwei Wochen in Mönchengladbach", so das Fazit von Backer nach dem Wochenende.

Damit stellen die Bibertstädtler seit mehr als 15 Jahren zwei Athletinnen bei einer nationalen Meisterschaft!
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