Barrierefreiheit des Zirndorfer Bahnhofs lässt auf sich warten

Seit Jahren drängt Zirndorfs Bürgermeister Thomas Zwingel für einen barrierefreien Ausbau des Zirndorfer Bahnhofs, etlicher Schriftverkehr mit Bahn und Staatsministerium hat sich seither angehäuft. Trotz erneuter Absage aus dem Staatsministerium will er weiterhin für den barrierefreien Ausbau des Zirndorfer Bahnhofs kämpfen. (Foto: Stadt Zirndorf)

ZIRNDORF - Vor 2021 besteht keine Hoffnung auf einen barrierefreien Ausbau des Zirndorfer Bahnhofs, so lautet die offizielle Antwort von Staatsminister Joachim Herrmann auf erneutes Drängen von Zirndorfs Bürgermeister Thomas Zwingel im Januar 2017.

Bereits 2014 hatte Bürgermeister Thomas Zwingel den bayerischen Innenminister Joachim Herrmann im Rahmen der Feierlichkeiten zum 179. „Eisenbahn-Geburtstag“ auf die prekäre bauliche Situation am Zirndorfer Bahnhof, der nur über eine steile Treppenanlage erreichbar ist, hingewiesen. In regelmäßigen Abständen drängt Stadtoberhaupt Thomas Zwingel seither zu einem zeitnahen barrierefreien Ausbau des Zirndorfer Bahnhofs. Mit rund 1.400 täglichen Ein- und Aussteigern ist dieser nach Aussage des Staatsministeriums einerseits zu groß für spezielle Förderprogramme für kleine Schienenverkehrsstationen, andererseits aber zu klein und unbedeutend für andere Förderkonzepte zur Barrierefreiheit von Bayerns Bahnstationen, was Zwingel so aber nicht stehen lassen will. Eltern mit Kinderwägen, Rollstuhlfahrer, Menschen mit Gehbehinderung und Reisende mit schwerem oder sperrigen Gepäck seien schließlich allesamt auf barrierefreie Wege angewiesen.

Absage für einen zeitnahen Umbau des Zirndorfer Bahnhofs

Ende Februar 2017 antwortete Staatsminister Joachim Herrmann auf eine erneute Anfrage Zwingels vom 16. Januar, dass der Zirndorfer Bahnhof auch nicht im Rahmen des Bayernpaketes II, einer rund 130 Millionen Euro umfassenden Maßnahmeninitiative der Staatsregierung, die den barrierefreien Umbau von acht Bahnhöfen zwischen 2019 und 2021 vorsieht, berücksichtigt werden kann. Zirndorf müsse hinter den großen Knotenbahnhöfen und denen, für die der Freistaat bereits Landesmittel zur Planung eingesetzt hat, zurücktreten. Im Übrigen sei der Verkehrsverbund Großraum Nürnberg mit den Bahnhöfen in Fürth, Ansbach, Pleinfeld und Pegnitz außerordentlich vertreten. Stattdessen rät der Staatsminister der Bibertstadt, für bessere Erfolgschancen in der Zukunft die Deutsche Bahn „auf eigenem freiwilligen Engagement“ mit der Planung des barrierefreien Umbaus zu beauftragen, also auf eigene Kosten Planungen einleiten zu lassen.

Die Reaktion von Bürgermeister Thomas Zwingel, der sich seit Jahren vehement für einen barrierefreien Umbau des gut frequentierten Bahnhofs im Herzen der Bibertstadt einsetzt, fiel verständlicherweise negativ aus. „Das Schreiben ist nicht nur wegen der Nicht-Aufnahme in das Förderprogramm, sondern auch wegen des Vorschlags, selber die Kosten zu tragen, äußerst enttäuschend. So sollen Aufgaben des Staates bzw. der Bahn kaltlächelnd kommunalisiert werden. Soviel zum Staatsziel „Bayern Barrierefrei 2023“, so das Stadtoberhaupt enttäuscht.

In einem Antwortschreiben an den Staatsminister stellte Zwingel klar, dass die Stadt neben den im Haushaltsentwurf 2017 vorgesehenen 120.000 Euro für Maßnahmen zur Förderung der Barrierefreiheit leider keine weiteren „freiwilligen Leistungen“ in diesem Bereich erbringen kann. Zuständig seien in erster Linie schließlich Bahn und Freistaat und die für Zirndorf zuständige Rechtsaufsichtsbehörde moniere immerhin seit Jahren, die Stadt müsse freiwillige Leistungen einschränken. Mit dem Versprechen, erst „Ruhe zu geben“, wenn auch für den Bahnhof Zirndorf eine befriedigende Lösung gefunden ist, bat das Zirndorfer Stadtoberhaupt abermals eindringlich um die Fürsprache und Unterstützung des Staatsministers.

Quelle Stadt Zirndorf
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