Netto-Filiale in Wintersdorf geschlossen

ZIRNDORF - Am 11. Februar schloss die Netto-Filiale im Zirndorfer Ortsteil Wintersdorf ihre Tore für immer. Ein Nachfolger für den Nahversorger konnte bislang nicht gefunden werden.

Im September war bekannt geworden, dass die Netto-Filiale in Wintersdorf im Frühjahr 2017 aus wirtschaftlichen Gründen schließen wird. Weil bis Anfang Dezember noch immer kein Nachfolger für den einzigen Nahversorger in Wintersdorf und Umgebung gefunden werden konnte, hatte Zirndorfs Bürgermeister Thomas Zwingel die großen Discounter und Vollsortimenter Rewe, Norma, Aldi, Penny, Edeka und Lidl angeschrieben und an den Geschäftssinn und das Verantwortungsbewusstsein der Unternehmer appelliert.

Obwohl es sich um ein rein privates Mietverhältnis zwischen Eigentümer und Mieter handelt und die Stadt keinerlei Einflussmöglichkeit hat, sah sich Stadtoberhaupt Thomas Zwingel gezwungen zu handeln: „Die Bedeutung des letzten Nahversorgers in unseren Ortsteilen ist gerade für alle, die nicht mobil sind, und auch für die Lebensqualität in den Zirndorfer Ortsteilen von größter Bedeutung.“ Potenzielle Kunden gäbe es mangels weiterer Nahversorger in der ganzen Umgebung alleine mit den Wintersdorfern und Weinzierleinern genug, außerdem grenze das Areal direkt an die gut frequentierte Rothenburger Straße an, so Zwingel weiter.

Dennoch trudelten nach und nach die Absagen der großen Discounter ins Rathaus, zwei der angeschriebenen Unternehmen reagierten überhaupt nicht auf die Post aus der Bibertstadt. Diejenigen, die antworteten, sahen die Situation ganz anders und betonten, der Markt hätte all die Zeit zu wenig Zulauf gehabt. Zudem stünden in den jeweiligen benachbarten Ortschaften ausreichend Versorgungsmöglichkeiten zur Verfügung. Den weniger mobilen Menschen hilft das freilich nur bedingt weiter, sind sie doch gerade auf fußläufig erreichbare Einkaufsmöglichkeiten angewiesen. Auch bei den Gebäudeeigentümern meldeten sich keine Interessenten, so dass der Markt im Ortsteil Wintersdorf zunächst leer stehen wird. „Eine traurige Entwicklung, aber hier greifen offenbar knallhart die Gesetze des Wettbewerbs“, so der Bürgermeister desillusioniert.

Quelle: Stadt Zirndorf
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